Anna Birchler-Kälin

Mo, 10. Mär. 2014

 

Nach einem reich erfüllten Leben hat Dein Herz unerwartet aufgehört zu schlagen, heisst es in der Todesanzeige. Dies darf man von Burg Anny wohl in jeder Beziehung sagen. Ihr Lebensmotto war wirklich arbeiten und da sein für die andern. Es war ihr wohl von zu Hause aus auf ihren Lebensweg mitgegeben. Ein Herz, das so viel miterlebte, wird nun einmal müde. 

Als erstes Kind der Eltern Benedikta und Josef Kälin-Ruhstaller erblickte sie, im von ihrem Grossvater erbauten «Hirschen» in Euthal, das Licht der Welt. Nach und nach folgten weitere Geschwister, sieben Meitli und vier Buben. Zwei davon starben jedoch im Kleinkinderalter. Kurz nach der Geburt des dritten Kindes zog die Familie im Frühjahr 1931 ins neu erstellte Heim in der Schweig. Auf dem ausgedehnten Landwirtschaftsbetrieb hiess es somit für alle heranwachsenden Kinder frühzeitig Hand anzulegen. Langeweile oder gar nichts tun, kannte man in der Schweig nicht. 

Die Schule besuchte Anny in Euthal. Die Sekundarschule war etwas Unbekanntes. Vielmehr hiess es damals, ein paar Franken zu verdienen. Das bedeutete für sie schon frühzeitig fremdes Brot zu essen. So arbeitete sie in verschiedenen Haushalten mit Kleinkindern. Als sie etwas älter wurde, war sie hauptsächlich im Service tätig, was ihr im späteren Leben sehr zugute kam. So arbeitete sie nebst andern viele Jahre im Restaurant «Rössli» in Rothenthurm, wie sie immer wieder erzählte.

Gegen Mitte der 50er-Jahre lernte sie Alois Birchler von der Burg kennen und lieben. Sie gaben sich darauf am 15. Mai 1956 in der Muttergottes Kirche in Euthal das Ja-Wort. Aus dieser Ehe entsprossen sechs Kinder, zwei Buben und vier Mädchen. Mit sechs Kindern, dem Restaurant und dem Bauernbetrieb fehlte es nicht an Arbeit. Die Tage dauerten bis spät in die Nacht. Alles musste gemacht sein, dabei hätte sie manchmal vier Hände gebrauchen können. Aber zuerst kamen immer die andern, an sich dachte sie zuletzt. Von Ferien war da nichts zu spüren. Ihr war am wohlsten, wenn alle andern zufrieden waren, und eher langweilig, wenn sie nichts zu tun hatte. Dies war bis ins hohe Alter so. Als die Kinder grösser wurden, konnte sie auf ihre Mithilfe zählen. Die Kinder und später auch die Schwiegertöchter unterstützten sie, wenn immer Hilfe nötig war. Das ist im Familienbetrieb bis heute so geblieben. 

Mit dem Generationenwechsel konnte sie etwas zurücklehnen. Sie liess sich jedoch nicht davon abhalten, in der Küche beim Rüsten und bei kleineren Arbeiten behilflich zu sein. Auch im Restaurant war sie sozusagen noch täglich anzutreffen. Die Todesfälle der Eltern, und besonders der um zwei Jahre jüngeren Schwester Klara von der Waldstatt, im Jahre 1996, sowie derjenige ihres Ehemannes Wisi im Jahre 2005 gingen ihr jeweils sehr nahe. Doch mit dem vielen Kontakt zu den Leuten und Gästen kam sie immer wieder darüber hinweg. Auch wenn es einmal kurze «Chiflete» gab in der Burg, waren diese ebenfalls schnell wieder vergessen. Besonders freute sie sich jeweils an den zwölf Grosskindern. Noch viel mehr schätzte sie ihre fünf Urgrosskinder, die ihr alles bedeuteten. Allerdings machten ihr die Beine in letzter Zeit immer mehr Mühe. Sonst konnte sie sich bis zuletzt einer guten Gesundheit erfreuen, sie war auch geistig wohlauf und selbstständig. 

Auch wenn ihr Tod am Freitagnachmittag, 14. Februar, nach etwas Unwohlsein sehr überraschend kam, durfte sie doch im trauten Heim in der Burg ihre Seele dem Schöpfer zurückgeben. 

Liebe Mama, wir danken Dir von ganzem Herzen für all Deine Liebe und Güte, die Du uns geschenkt hast. Wenn wir Dir auch die wohlverdiente Ruhe gönnen, hinterlässt Du bei uns eine grosse Lücke. Immer warst Du für uns da. Du bist nicht mehr an Deinem Platz. In unseren Herzen wirst Du weiterleben, wir vermissen Dich. Deine Kinder Wisel, Beat, Doris, Irene, Christa und Marianne. Die Grosskinder: Andi, Tamara, Stefan, Kilian, Fabian, Monika, Claudia, Urs, Martina, René, Kerstin und Fabienne. Die Urgrosskinder: Dora, Lydia, Ramon, Jari und Vanja.

 


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