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«Wie eine Goldkrümelsuche in einem Schlammhaufen»

«Wie eine Goldkrümelsuche in einem Schlammhaufen» «Wie eine Goldkrümelsuche in einem Schlammhaufen»
«Wie eine Goldkrümelsuche in einem Schlammhaufen» Der Vorstand der «Freunde des Klosters Einsiedeln» wurde an der Mitgliederversammlung letzten Samstag wiedergewählt. Pater Thomas Fässler berichtete über die Revolutionswirren der 1790er-Jahre aus seiner Dissertation. we. An der 31. Jahresversammlung der «Freunde des Klosters Einsiedeln » konnte Heino von Prondzynski am vergangenen Samstagnachmittag etwa 80 Freunde und Freundinnen der Vereinigung herzlich begrüssen.

Der Vorstand der «Freunde des Klosters Einsiedeln» wurde an der Mitgliederversammlung letzten Samstag wiedergewählt. Pater Thomas Fässler berichtete über die Revolutionswirren der 1790er-Jahre aus seiner Dissertation.

we. An der 31. Jahresversammlung der «Freunde des Klosters Einsiedeln » konnte Heino von Prondzynski am vergangenen Samstagnachmittag etwa 80 Freunde und Freundinnen der Vereinigung herzlich begrüssen.

Bevor die ordnungsgemässen Traktanden behandelt wurden, war es Pater Thomas Fässler vergönnt, aus seiner Dissertation über das Kloster Einsiedeln in den Revolutionswirren der 1790er-Jahre zu berichten.

Goldkrümel

Zu Beginn erklärte der Referent, wie man überhaupt eine solche Arbeit angeht und erwähnte, dass die in Buchform fertiggestellte Dissertation um die 1,6 Kilogramm wiege. Er ging bewusst wissenschaftlich- kritisch an die Arbeit. So stütze man sich auf Tage- und Rechnungsbücher, Briefe aus Exerzitien und andere Quellen ab. Nirgends gäbe es eine Auflistung, und es sei einem selbst überlassen, in Bibliotheken und Archiven zu forschen. Manchmal kam es ihm vor, als suche er in einem Schlammhaufen nach einem Goldkrümel. Und manchmal habe er sich gefragt, ob Aufwand und Ertrag nicht in einem Missverhältnis stehen würden. Aber probieren müsse man alles. Er habe um die 29 Archive im In- und Ausland durchforscht und vielerorts spannende Funde gemacht. Beim vatikanischen Archiv habe er einen Höhepunkt erlebt. Schlussendlich müsse das ganze auch noch transkribiert und umgeschrieben werden, um es überhaupt lesen zu können.

Auch seine ausführlichen inhaltlichen Angaben zu seiner Dissertation interessierten die Zuhörenden. So vernahm man, dass 1789 das Kloster 83 Mönche umfasste, wovon 21 ausserhalb der damaligen geografischen Ausstrahlung des Klosters ihren Wirkungskreis hatten. Als im Mai 1798 die Franzosen Einsiedeln erreichten, mussten die Mönche das Kloster verlassen und kehrten Ende 1801 wieder zurück. Wie diese Rückkehr vonstatten ging, sei eine andere Geschichte.

Vorstand wiedergewählt

Nun folgte der eher formale Teil der Mitgliederversammlung. So wurden Protokoll und Rechnung wortlos genehmigt und auch die Wiederwahlen des Präsidenten und der übrigen Vorstandsmitglieder Bruder Gerold Zenoni, Hans Klaus, Urs Leuthard, Josef Felder, Andrea Bartl Hiller und Abt Urban Federer waren reine Formsache. In seinem Jahresbericht erwähnte Präsident Heino von Prondzynski die vielen Aktivitäten des vergangenen Jahres und auch einige Vorhaben des laufenden Jahres, so die geplanten Verkaufsläden in den Nordarkaden oder den Pilgerinformationsstand. Weiter erwähnte er den geplanten behindertengerechten Weg vom Frauenbrunnen zum Nordturm, den neuen Aussenaltar oder die neue Lautsprecheranlage für die Tischlesungen im Refektorium des Speisesaals der Mönche.

Kultur und Bildung

Abt Urbans Worte an die Versammelten handelten vor allem von Kultur und Bildung. Immer wieder weilen Mitbrüder fern vom Kloster in Aus- und Weiterbildung. Die Ausstellung im Museum Fram «Ein himmlisch Werk» zeige, dass die Musik nicht nur Vergangenheit, sondern auch Gegenwart werde. Er freute sich, dass Pater Thomas neben seinem Doktortitel in Geschichte auch einen speziellen Preis für überragende Qualität seiner Arbeit erhielt. Weiter spannte er den Bogen zu den beiden letztes Jahr verstorbenen Mitbrüdern Pater Hieronymus und Bruder Suso, die fürs Kloster einen Verlust bedeuteten, für den Himmel aber wohl einen Gewinn. Nicht unerwähnt blieben die Mitschwestern im Kloster Fahr und der Jubiläumsanlass zum 100. Geburtstag von Silja Walter. Auch die durchgeführten Projekte «Gottwärts», wo junge Christen mit verschiedener Glaubensüberzeugung gemeinsam auftreten und «Leutpriester», wo verschiedene Priester mitgemacht und gute Erfahrungen gesammelt hatten, seien ein Erfolg gewesen. Zu guter Letzt kam Abt Urban noch auf den «MeinRadweg» von Rottenburg nach Einsiedeln zu sprechen, der kürzlich eröffnet wurde, und den die drei Mitbrüder Francisco, Cyrill und Philipp im Mai abgeradelt hatten.

Dank an alle

Neben ständigen Bau- und Umbauprojekten fand die Erneuerung der Klosterküche Erwähnung mit Beginn gestern Montag. Logistikmässig eine ganz spezielle Herausforderung. Bei all diesen Vorhaben sei die Vereinigung der Freunde irgendwie mit dabei. Dafür dankte der Klostervorsteher allen von ganzem Herzen. Gegen 16 Uhr konnte Heino von Prondzynski eine informative und aufschlussreiche Mitgliederversammlung abschliessen. Alle waren nun eingeladen, die Vesper zu besuchen und anschliessend den feinen Apéro am Hofspeisesaal zu geniessen.

Links: Der Präsident der Vereinigung der «Freunde des Klosters Einsiedeln» Heino von Prondzynski mit Pater Thomas Fässler, Referent an der Mitgliederversammlung. Rechts: Abt Urban Federer bei seiner Ansprache zu den «Freunden des Klosters Einsiedeln».

Fotos: Wolfgang Eberle

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