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Widerstand gegen RKZ-Beitritt

Widerstand gegen RKZ-Beitritt Widerstand gegen RKZ-Beitritt
Widerstand gegen RKZ-Beitritt Personen aus Kirche und Politik, darunter National- und Kantonsräte, unterstützen gegnerisches Komitee In drei Wochen stimmen die Schwyzer Katholiken über einen Beitritt zur Römisch-Katholischen Zentralkonferenz ab. Nun hat sich ein gegnerisches Komitee gebildet. Kritisiert werden die steigenden Kosten und der Kontrollverlust.

Personen aus Kirche und Politik, darunter National- und Kantonsräte, unterstützen gegnerisches Komitee

In drei Wochen stimmen die Schwyzer Katholiken über einen Beitritt zur Römisch-Katholischen Zentralkonferenz ab. Nun hat sich ein gegnerisches Komitee gebildet. Kritisiert werden die steigenden Kosten und der Kontrollverlust.

ste. Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz (RKZ) ist die Dachorganisation der katholischen staatskirchlichen Organisationen der Schweiz. Alle Kantone sind Mitglied, nur Schwyz nicht. Die Schwyzer Kantonalkirche zahlt lediglich einen freiwilligen Solidaritätsbeitrag von 190’000 Franken. Bei einem Beitritt würde sich dieser Betrag verdreifachen. Am 30. Juni können die Schwyzer Katholiken nun darüber entscheiden. Grund für diesen Urnengang ist das Referendum von fünf Kirchgemeinden gegen den vom Kantonskirchenrat beschlossenen Beitritt zur RKZ. Zwischenzeitlich hat sich ein breit abgestütztes Komitee um die fünf Referendumsgemeinden gebildet. Es wirft dem kantonalen Kirchenvorstand vor, er habe eine Volksabstimmung vermeiden wollen, doch eine Beschwerde gegen diesen Beschluss wurde gutgeheissen. «Ausgaben steigen ungebremst»

«Das Vorgehen des kantonalen Kirchenvorstands hat uns enttäuscht», sagt Markus Schuler, Kirchenratspräsident von Rothenthurm. Die berechtigten Anliegen der Gegner eines RKZ-Beitritts seien nie ernst genommen worden. «Deshalb wollten wir, dass das Volk das letzte Wort hat», sagt Schuler. Inzwischen hat er Unterstützung von Persönlichkeiten aus der Kirche und der Politik. Die Komiteeliste wird angeführt durch die beiden SVP-Nationalräte Pirmin Schwander und Marcel Dettling und FDP-Kantonalpräsidentin Marlene Müller-Diethelm sowie 22 amtierende Kantonsräte. «Der grosse Zulauf zum Komitee gegen den RKZ-Beitritt zeigt, dass unser Anliegen von vielen geteilt wird», hält Schuler fest.

Auch der Unteriberger Kirchenratspräsident Edy Marty steht dem Gegnerkomitee vor und vertritt eine der Referendumsgemeinden. Für Marty zeigt sich der Kanton Schwyz mit jährlichen Beiträgen von rund 200’000 Franken bereits heute genügend solidarisch. Er rechnet vor, dass die Beiträge an die RKZ innerhalb von zehn Jahren von 8 Millionen Franken auf 12,6 Millionen Franken gestiegen sind. Von der RKZ seien keine Anstrengungen erkennbar, um diese Kostenentwicklung zu stoppen.

Ein Drittel des Jahresbudgets

Hinzu komme, «dass der Vollbeitrag von 575’000 Franken rund einen Drittel des Jahresbudgets der Kantonalkirche Schwyz ausmacht», kritisiert Marty. Dass dieser analog zum nationalen NFA über die Steuerkraft berechnet werde, sei erst recht nicht hinnehmbar. «Es ist sicher nicht alles schlecht, was die RKZ macht», gibt sich Gisela Hauser, Kirchengutsverwalterin von Lachen, konziliant. Doch koste der Beitritt zur RKZ einen Preis, der sich kaum auszahle. «Mit zwei Delegierten in einem 52-köpfigen Gremium hätten wir kaum mehr Mitsprache, als wir es jetzt als selbstständige Kantonalkirche haben.» Schwyz könne jetzt schon als Gast mitwirken. Sie befürchtet, dass bei einem Beitritt die Demokratie auf der Strecke bleibe. «Wir dürfen unsere Eigenständigkeit und Kontrolle nicht leichtfertig aufgeben.»

«Der Beitrag wird über die Steuerkraft berechnet», sagt Edy Marty, Kirchgemeindepräsident von Unteriberg. Foto: zvg

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