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«Uns macht es einfach grosse Freude»

«Uns macht es einfach grosse Freude» «Uns macht es einfach grosse Freude»
«Uns macht es einfach grosse Freude» 50 Mittagstische haben drei Einsiedlerinnen bereits organisiert – und viele weitere sollen noch folgen Er ist schon fast ein Klassiker: der Mittagstisch der Pro Senectute. Seit neun Jahren bieten Theres Schönbächler, Claire Birchler und Margrit Schönbächler dieses beliebte Gemeinschaftsessen für Senioren an. Nächstes Jahr wird Jubiläum gefeiert.

50 Mittagstische haben drei Einsiedlerinnen bereits organisiert – und viele weitere sollen noch folgen

Er ist schon fast ein Klassiker: der Mittagstisch der Pro Senectute. Seit neun Jahren bieten Theres Schönbächler, Claire Birchler und Margrit Schönbächler dieses beliebte Gemeinschaftsessen für Senioren an. Nächstes Jahr wird Jubiläum gefeiert.

zl. «In erster Linie wegen der Geselligkeit kommen die meisten zum Mittagstisch», sagt Margrit Schönbächler und lächelt. Kein Wunder. Denn die 86-Jährige unterhält die Seniorinnen und Senioren jeweils selbst zwischen Hauptgang und Dessert mit einer kleinen Einlage. «Ich trage ein Gedicht vor oder erzähle einen Witz – das gefällt den meisten.» Sagts und gibt gerne eine humoristische Kostprobe (siehe Kasten).

Menü kostet 18 Franken

Doch wenn es den im Schnitt 50 Personen beim Mittagstisch nicht ebenfalls schmecken würde, wäre das Angebot der Pro Senectute sicher auch nicht so beliebt. Und dass es den Senioren bestens im Hotel Drei Könige mundet, bekräftigt Theres Schönbächler (72), eine der beiden anderen Organisatorinnen. Im Paracelsussaal auf Augenhöhe mit dem Kloster platziert geniessen die Gäste jedes Mal für 18 Franken, die sie selbst bezahlen, ein reichhaltiges Essen.

«Es gibt vier Menüs zur Auswahl », erklärt Claire Birchler: ein Vegi-, ein Fisch- sowie zwei Fleisch-Menüs. Dazu wird den Senioren ein Glas Wein kredenzt oder ein Bier. «Das Essen ist immer sehr fein», lobt auch sie die Küche des Restaurants.

Gute Infrastruktur für Senioren

Dass die Wahl des Pro-Senectute- Mittagstischs gerade auf die «Drei Könige» mit dem Paracelsussaal gefallen ist, hat aber auch mit der seniorenfreundlichen Infrastruktur des Hauses zu tun. «Dank des Lifts können auch Gäste mit Rollator problemlos in den Paracelsussaal, wo rund 90 Personen Platz finden, gelangen.» Und gleich vor dem Hotel gibt es einen grossen Parkplatz.

Die Idee für diesen Senioren-Mittagstisch von Pro Senectute geht eigentlich auf Marie-Madeleine Jansen, die frühere und bereits verstorbene Pro-Senectute-Ortsvertreterin, zurück.

Rekordbesuch: 82 Gäste

«Sie hatte gesehen, dass es in anderen Orten schon so etwas gibt und wollte dann so einen Mittagstisch auch in Einsiedeln einführen – allerdings nicht alleine», erzählt Margrit Schönbächler. Sie und Claire Birchler (78) waren von Anfang an dabei. Theres Schönbächler stiess 2013 als Helferin zum Team hinzu.

Der erste Mittagstisch fand dann am 9. November 2010 statt. Damals erschienen prompt 61 Neugierige. Die grösste Besucherzahl lag einmal bei 82 Gästen, die geringste bei 31 Personen. «Anfangs organisierte man den Mittagstisch vier Mal pro Jahr – inzwischen sind es neun Mal», sagt Claire Birchler.

Für nächstes Jahr, fürs Zehnjährige also, ist auf Ende November 2020 eine Jubiläumsfeier geplant. Das Programm steht noch nicht fest.

«Die meisten der Mittagstisch- Besucher sind Frauen – weil sie halt älter werden als die Männer », sagt Theres Schönbächler. Auch ein paar Ehepaare kommen inzwischen regelmässig zu den gemeinsamen Essen. Rund 50 Personen seien Stammgäste. «Wir haben natürlich auch einzelne Männer als Gäste, aber für diese ist anscheinend die Hemmschwelle etwas grösser, um zu uns zu kommen», erklärt Schönbächler. Grundsätzlich seien die Besucher des Mittagstischs bunt gemischt. «Während des Essens wird über Gott und die Welt diskutiert. Der Alltag der Senioren, Krankheit, Familie und vieles mehr zählt zu den Gesprächsthemen », berichtet Margrit Schönbächler. Viele Besucher empfänden es als einen grossen Genuss, an solchen Tagen nicht selbst kochen oder alleine zu Hause essen zu müssen, sondern in Gesellschaft sein zu können.

Lotto vor Weihnachten

Vor Weihnachten wird beim Mittagstisch, für den sich die Teilnehmer in der Regel zwei Stunden und mehr Zeit gönnen, jeweils eine kleine Lotterie veranstaltet. Dabei gibt es kleine Preise zu gewinnen. «Ein Brettli mit Würstli, ein Glas Bienenhonig beispielsweise – und auch die Amaryllis-Blumen sind bei den Besuchern stets beliebt», berichtet Theres Schönbächler.

Die drei Einsiedlerinnen haben übrigens auch schon andere Veranstaltungen, zusätzlich zum Mittagstisch, ins Leben gerufen: einen Spielenachmittag für Senioren etwa. Einen Tanznachmittag. «Aber zum Spiele machen hatten nur wenige Lust – deshalb haben wir dieses Angebot schnell wieder eingestellt », sagt Margrit Schönbächler.

Der Tanznachmittag, bei dem sogar Live-Musik aufgeboten wurde, sei da schon auf mehr Gegenliebe der Senioren gestossen. «Aber als wir dann fünf Franken Eintritt pro Veranstaltung erhoben haben, hat das nicht allen gefallen. Ebenso war die Musikauswahl immer ein Problem, weil es eben verschiedene Geschmäcker gibt», so Theres Schönbächler.

Den Mittagstisch soll es dagegen noch lange geben. Die Nachfrage sei ungebrochen. «Wir wollen so lange weitermachen, wie es geht», verspricht die 86-jährige Margrit Schönbächler voller Energie. «Wenn man nichts zu tun oder kein Ziel vor Augen hat, wird es einem ja langweilig », sagt sie und lächelt.

Claire Birchler dekoriert übrigens jeden Mittagstisch liebevoll mit kleinen Accessoires – mit Schoggi, Blümli oder Körbli. Theres Schönbächler: «Uns macht es einfach grosse Freude zu sehen, wie dankbar die Leute für die Veranstaltung sind.»

Der nächste Mittagstisch findet am Donnerstag, 27. Juni, um 11.30 Uhr, wieder im Hotel Drei Könige statt.

Sie haben grosse Freude bei der Organisation des Pro-Senectute-Mittagstischs (von links): Claire Birchler, Theres Schönbächler und Margrit Schönbächler im Paracelsussaal im Hotel Drei Könige. Foto: Wolfgang Holz

«Die meisten Besucher sind Frauen – weil sie halt älter werden als die Männer.»

Theres Schönbächler

«Wenn man nichts zu tun oder kein Ziel vor Augen hat, wird es einem ja langweilig.»

Margrit Schönbächler

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