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Überbauung Augustiner Einsiedeln

Überbauung Augustiner Einsiedeln Überbauung Augustiner Einsiedeln
Überbauung Augustiner Einsiedeln Hauptstrasse 42, Werner-Kälin-Strasse 1 und 3, Schwanenstrasse 21 Geschichte des «Augustiner» Das Haus zum «Augustiner» erscheint im Urbar von 1655 noch ohne eigenen Namen. Haus und Garten stiessen gegen Osten an das Haus zum «Stern», gegen Süden an Heinrich-Ochsners-Haus, gegen Westen an die Strasse «so hinter dem Dorf auffen gath» und gegen Norden an den Dorfbach. 1789 erscheint erstmals der Name «zum Brüggli». Dies in Bezug auf das Brüggli, das über den damals offenen Dorfbach führte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts erhielt das Haus im Volksmund den Namen «Speckli-Haus» nach dem Beinamen der Besitzerfamilie.

Hauptstrasse 42, Werner-Kälin-Strasse 1 und 3, Schwanenstrasse 21

Geschichte des «Augustiner»

Das Haus zum «Augustiner» erscheint im Urbar von 1655 noch ohne eigenen Namen. Haus und Garten stiessen gegen Osten an das Haus zum «Stern», gegen Süden an Heinrich-Ochsners-Haus, gegen Westen an die Strasse «so hinter dem Dorf auffen gath» und gegen Norden an den Dorfbach.

1789 erscheint erstmals der Name «zum Brüggli». Dies in Bezug auf das Brüggli, das über den damals offenen Dorfbach führte. Im Laufe des 19. Jahrhunderts erhielt das Haus im Volksmund den Namen «Speckli-Haus» nach dem Beinamen der Besitzerfamilie.

Bekanntheit erlangte das Haus, weil der 1860 selig und 1881 heiliggesprochene französische Pilger und Bettler – der «Clochard de Dieu» («Vagabund Gottes») – Benedikt Joseph Labre (1748–1783) darin wohnte. Laut Ausweis seiner Reisepässe hatte er während seines Lebens Einsiedeln dreimal einen Besuch abgestattet. 1775 vom 13. März bis 3. April sowie vom 1.–13. Juli und 1776 am 9. Juli. Schon bald nach seinem Tod begann in Einsiedeln die Verehrung des heiligen Pilgers. Man erzählte sich, dass er hier im sogenannten «Speckli-Haus» gewohnt habe und dass dieses Haus deshalb – obwohl ganz aus Holz errichtet – gegen Feuerschaden gesichert sei. Die mündliche Überlieferung fand ihre Bestätigung, als am 25. Juni 1862 um halb ein Uhr nachts ein Brand ausbrach, der jedoch innert kurzer Zeit gelöscht werden konnte. Eine alte im Stift lebendige Tradition meldet zudem, dass der Heilige täglich in einer irdenen Schüssel aus der Klosterküche Suppe geholt habe. Als vom Rande der Schüssel ein Stück herausgebrochen sei oder er es selbst herausgebrochen habe, habe er keine neue Schüssel annehmen wollen, damit man sie ihm nicht mehr vollständig füllen konnte.

Am 22. Juni 1875 musste der Bezirksrat das Bewohnen im mittlerweilen stark zerfallenen Haus verbieten. Ein halbes Jahr später konnte man im Einsiedler Anzeiger vom 22. Januar 1876 auch lesen weshalb:

Zitat:

« Und in den öden Fensterhöhlen wohnt das Grauen, und des Himmels Wolken schauen doch hinein. Auf einem der Hauptplätze unserer aufblühenden internationalen Stadt, nicht viel nachstehend dem Markusplatz von Venedig, wo seiner Zeit der berühmte Gemüsemarkt seinen reichen Blüthenflor entfaltete, wo der doppelarmig Brunnen stets erfrischend seine Silberwellen sprudelt, da steht mitten unter stattlichen Häusern behäbiger Bürger und Magistraten ein altes, morsches, dem Zerfall heimgegebenes Haus, eine leibhaftige schreckliche Ruine, ohne Bewohner, ohne Fenster, mit zerlöchertem Dach, mit geborstenem Gebälke, das sinken kann über Nacht. Wer kennt es nicht dieses Haus, in seinem gräulichen Zerfall, den Fremden ein Räthsel, den Einheimischen ein Spott und Gräuel.

Es geht die wundersame Sage, dass das Haus niemals verbrennen können, weil der selig gesprochene Benediktus Labre während seinem hiesigen Aufenthalt Wohnung darin genommen habe. » Als Ersatzbau wurde 1876 ein «stattlicher» Neubau erstellt. Am Anfang hiess das Haus «Restauration Benziger», ab 1888 «Augustiner », weil dort das gleichnamige Bier ausgeschenkt wurde.

In der Folge diente das Ladenlokal für den Verkauf von Sammelsurium, 1903 als Globus Filiale bis dann die Familie Kälin über Generationen ein Kleidergeschäft betrieb, das im Jahre 2000 schloss. Die interessante Geschichte des Hauses kann detailliert nachgelesen werden unter: www.hejbsch.ch.

An dieser Stelle danke ich Patrick Schönbächler herzlich für die grosszügig zur Verfügung gestellten Unterlagen und Infor-mationen.

Hauptfassade vor Fertigstellung.

Das Haus zum « Brüggli » in der Bildmitte umkreist ( Ausschnitt aus einem Stich von Mathäus Merian um 1642).

Das sogenannte « Specklihaus » kurz vor seinem Abbruch.

Hauptfassade alter Bestand.

4 ½ – Zimmer- Wohnung, Wohnbereich.

Südfassade, Blick von der Werner- Kälin- Strasse.

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