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«Das ist kein Fest zum Anfassen»

«Das ist kein Fest zum Anfassen» «Das ist kein Fest zum Anfassen»
«Das ist kein Fest zum Anfassen» Die fünfte Klasse Euthal/Willerzell gestaltete im Fach Religion das Pfingstbild für den Einsiedler Anzeiger «Als Abonnentin des Einsiedler Anzeigers berührte, ja erfreute mich die Darstellung des Ostergeheimnisses unseres göttlichen Erlösers und Heiland Jesus Christus auf der Titelseite, das von den Schülerinnen und Schülern der 6. Klasse Gross in unerhört treffenden, kindlichen Zeichnungen dargestellt wurde.» Diese und viele weitere begeisterte Rückmeldungen erhielt Religionslehrerin Jasminka Sakac, nachdem der EA in der Ausgabe vom 18. April erstmals Kinder ein kirchliches Hochfest zeichnen liess – die Religionsklasse von Jasminka Sakac.

Die fünfte Klasse Euthal/Willerzell gestaltete im Fach Religion das Pfingstbild für den Einsiedler Anzeiger

«Als Abonnentin des Einsiedler Anzeigers berührte, ja erfreute mich die Darstellung des Ostergeheimnisses unseres göttlichen Erlösers und Heiland Jesus Christus auf der Titelseite, das von den Schülerinnen und Schülern der 6. Klasse Gross in unerhört treffenden, kindlichen Zeichnungen dargestellt wurde.» Diese und viele weitere begeisterte Rückmeldungen erhielt Religionslehrerin Jasminka Sakac, nachdem der EA in der Ausgabe vom 18. April erstmals Kinder ein kirchliches Hochfest zeichnen liess – die Religionsklasse von Jasminka Sakac.

Von Victor Kälin

Was Ostern für die Grosser Schüler war, ist Pfingsten für die fünfte Klasse Euthal/Willerzell: Auch sie malt in gemeinsamer Arbeit ein Bild für den Einsiedler Anzeiger. Allerdings unterscheiden sich die beiden kirchlichen Hochfeste deutlich – sieht man einmal vom zusätzlich schulfreien Montag ab.

«Pfingsten ist kein Fest zum Anfassen », stellte die Klasse denn auch fest, als unsere Zeitung fürs Fotoshooting in Euthal weilte. Weder gibt es eine Krippe, noch einen Osterhasen. An Assoziationen mangelte es den Elf- und Zwölfjährigen dennoch nicht. «Schulfrei» war zwar das erste, was der Klasse zu Pfingsten einfiel. Doch nach und nach gab es weitere Antworten: Draussen spielen, in die Kirche gehen, shoppen und Spass haben, mit der ganzen Familie feiern, Freunde treffen, Zeit für andere nehmen, Fussball spielen … Sympathisch war nicht nur die Spontaneität der 23 Schülerinnen und Schüler. Sympathisch war auch, dass alle am Religionsunterricht teilnehmen, obwohl drei nicht katholisch sind. Übrigens: In der 5. Klasse von Euthal sind die Euthaler eine Minderheit. 16 Klassenkameraden kommen aus dem benachbarten Viertel Willerzell.

Auch etwas schenken

Jasminka Sakac erzählte ihrer Klasse weiter, dass «wir uns auch an Pfingsten etwas schenken: Zeit und Liebe». Denn Kirche sei nicht nur ein Gebäude, sondern ebenso Gemeinschaft. Wie die Familie uns alle verbinden würde, «hält auch der Heilige Geist uns zusammen». Und sie erinnerte daran, wie die Jünger bei Christi Himmelfahrt zurückgeblieben sind und Jesus ihnen versprach, trotzdem «immer bei ihnen zu sein» – worauf er den Heiligen Geist zu ihnen sandte. Schüler gaben Impulse zum Bild

Die gestalterische Umsetzung war anspruchsvoll. Die Grundform des Bildes entstand aus vielen Zeichnungen und Impulsen der Schüler: Flammen, Freude, Taube, Jünger bekommen Mut, die Angst wird vertrieben, verschiedene Sprachen, Geburt der Kirche (Gemeinschaft der Christen), Erfüllung, Jesus, Heiliger Geist, Gott, Pfingstrosen, feuriges Licht, Wunder … Die Flammen, so Jasminka Sakac, hätten sich ideal geeignet, dies alles zu verbinden. Ursprünglich ging sie gar von einer weiteren Ebene aus: auf Transparenzpapier gezeichnete Hände, die ein Feuer halten. «Wir mussten aber feststellen, dass zu viel Feuer chaotisch wirkt und zu einem Durcheinander führt.» So wurde beschlossen, auf die Hände zu verzichten – respektive die Hände lediglich als Werkzeug zu nutzen.

Was hat das mit mir zu tun?

In der letzten Schulstunde diskutierte die Klasse intensiv über Pfingsten und deren Bedeutung: Welche Botschaft hat Pfingsten? Was hat es mit mir zu tun und dem Hier und Heute? Die Kinder, erzählt Jasminka Sakac, hätten sich gut auf das Thema eingelassen. Am Anfang sei es eine biblische Geschichte gewesen. «Aber sobald es etwas mit ihnen zu tun hatte, konnten sie gut nachvollziehen, dass jeder mit dem Heiligen Geist erfüllt ist – damals wie heute. Es ist nur eine Betrachtungsanschauung, wie wir es benennen. Jeder von uns ist einmalig und in Gottes Schöpfung hat jeder eine besondere Gabe oder Aufgabe.» «Herausforderung gemeistert»

«Es war eine Herausforderung», gesteht die 46-jährige Katechetin. «Aber gemeinsam haben wir es geschafft. » Dankbar ist sie der Klassenlehrperson Céline Kälin für deren tolle Unterstützung. Dank ihres Entgegenkommens konnte Jasminka Sakac mit den Schülern und Schülerinnen «das Pfingstbild nochmals genauer ausarbeiten und somit vertiefen».

Dank gehört aber ebenso Jasminka Sakac selbst, welche ihre beiden Berufe als Katechetin und bildnerische Gestalterin erneut ideal verbinden konnte. Und ebenso danke sagt der Einsiedler Anzeiger der 5. Klasse Euthal/Willerzell: Ladina Birchler, Simona Birchler, Kaya Efinger, Dario Fuchs, Natalie Fuchs, Anna Gyr, Salome Gyr, Alois Kälin, Leandra Kälin, Phil Kälin, Yves Kälin, Elina Kubon, Elija Marty, Vanessa Mozzetti, Dylon Ochsner, Selenia Petito, Anna Reichenbach, Ryan Reichmuth, Celina Rüegg, Niclas Schaad, Jana Schatt, Flavia Schönbächler und Samuel Steinauer.

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Folgende Künstlerinnen und Künstler haben bisher für den Einsiedler Anzeiger die Titelblätter gestaltet: Maria Hensler, Olivera Kälin, Toni Ochsner, Franz Marian Kälin, Annette Brenner, Gottlieb Stalder, Amy Bollag, Sibylle Suter, Paolo de Caro, Marlis Schuler-Kälin, Pater Jean-Sébastien Charrière, Albert Fink, Jasminka Sakac, Christian Lienert, Zeno Schneider sowie im Jahr 2019 die 6. Schulklasse Gross und die 5. Schulklasse Euthal/Willerzell.

Fotos: Victor Kälin

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