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Einsiedeln hielt lange mit

Einsiedeln hielt lange mit Einsiedeln hielt lange mit

Ringen, Swisswinforce League (NLA): Einsiedeln – Freiamt 13:22

Die Einsiedler Ringerriege Einsiedeln verlor gegen Freiamt nach einem beherzten Kampf erst in der Endphase. Trotz verletzten Ringern war die Arbeitsmoral intakt.

WERNER SCHÖNBÄCHLER

Den ersten Rückschlag musste die Ringerriege Einsiedeln bereits vor dem Match hinnehmen. Boris Illenseer und Sascha Schmid waren krankheitshalber nicht einsatzfähig, ein Schlag für Trainer Urs Bürgler. Er musste das Team kurzfristig umstellen.

Zusammen mit den verletzten Beni Rebholz und Kay Neyer, die längere Zeit ausfallen, fehlten den Einsiedlern damit vier Ringer. Weiter standen die beiden Leihringer Andreas Vetsch und Maurus Zogg nicht zur Verfügung.

Starker Auftakt

Trotz dieser Widrigkeiten verlief die Begegnung recht ausgeglichen und war für Freiamt bis zum achten Durchgang keineswegs ein Selbstläufer. Einsiedeln lag zwischenzeitlich sogar vorne. Das Resultat fiel in der Endabrechnung etwas zu hoch aus, was zeigt, dass sich die Einheimischen gut auf ihre Gegner eingestellt haben.

Die Begegnung vor rund 300 Zuschauern war spannend bis zum Schluss: Zu Beginn bezwang Dany Kälin den talentierten Tobias Lüscher vor Ablauf der ersten Runde durch technische Überlegenheit. Wie wichtig ein guter Start sein kann, zeigten die nächsten Kämpfe, auch wenn Sven Neyer gegen Christian Zemp eine ärgerliche Schulterniederlage hinnehmen musste. Ein unsauber ausgeführter Wurf wurde von seinem aufmerksamen Widersacher blitzartig gekontert. Altmeister Alexander Golin hatte in dem für ihn ungeliebten Grecostil Flurin Meier sicher im Griff. Er beschränkte sich auf einige zielgerichtete Angriffe, die zu einem 6:0Sieg führten. Andreas Burkard kämpfte mit dem früheren russischen Vizemeister Magomed Ayskhanov auf Augenhöhe und lieferte trotz der 6:9-Niederlage den Kampf des Abends. Allein dieser Kampf war das Eintrittsgeld wert. Im nächsten Duell zwischen Lars Neyer und Nils Leutert kam Spannung auf. Die beiden fighteten nach einem kurzen Abtasten verbissen und schenkten sich nichts. Schliesslich lag Neyer gegen den Kaderringer am Ende ebenfalls mit 6:9 zurück. Einsiedeln führte bei Halbzeit knapp mit 9:8.

Freiamts Stärken

Lukas Schönbächler, der kurzfristig nachgerückt war, verkaufte sich gegen den körperlich überlegenen Marc Weber so gut es ging, konnte aber für seine Mannschaft keinen Punkt holen. Er verlor in der zweiten Runde auf die Schultern. Sein älterer Bruder Michel Schönbächler, der aus einer Verletzung kommt und nicht viel auf der Matte trainieren konnte, geriet gegen Michael Bucher bald einmal mit 7:0 in Rückstand, blieb aber wendig und aufmerksam. Prompt erhielt er für einen wunderbaren Überwurf eine Fünferwertung. Obschon er alles versuchte, unterlag er mit 5:7.

Dann sorgte der gut disponierte Yves Neyer für einen undiskutablen Sieg. Alles Anrennen von Kimi Käppeli war umsonst, Neyer fand meistens eine passende Antwort. Am Ende hatte er einen deutlichen 16:5-Sieg in trockenen Tüchern. Vor den beiden letzten Begegnungen redete keiner gross herum. «Jetzt gilt’s», dürften sich die Zuschauer beim Stande von 13:15 gesagt haben.

Bis 75 Kilo Freistil kam es zum Aufeinandertreffen zwischen den beiden Freistilern Adrian Mazan und Randy Vock. Der Gast erwischte den besseren Start und ging mit 4:0 in Führung. Mazan fand nicht mehr in den Kampf zurück und unterlag mit 0:6, womit die Entscheidung zugunsten Freiamts gefallen war. Jan Neyer wurde vom einstigen Olympiateilnehmer Pascal Strebel nach allen Regeln der Ringerkunst bearbeitet, bis er sturmreif war. Nach vor Ablauf der ersten Runde siegte er technisch überhöht.

Überzeugendes Kollektiv Freiamt bot eine überzeugende Kollektivleistung. Die Einsiedler fanden darauf keine Antwort und konnten nichts Gleichwertiges entgegensetzen. Obschon Einsiedeln stark dezimiert war, kam vom Team insgesamt einfach zu wenig. Einmal im Rückstand, begannen die Nerven bald einmal zu flattern. «Eigenfehler haben uns viele Punkte gekostet. Es liegt noch viel Arbeit vor uns», hiess das kurze Fazit von Trainer Urs Bürgler.

Auswärts gegen Hergiswil

Am nächsten Samstag trifft die Ringerriege Einsiedeln auswärts auf Hergiswil. Der Druck ist nach der sieglosen zweiten Runde für beide Teams angewachsen. Einsiedeln hat nur zwei Punkte mehr auf dem Konto als die Napfringer. Hergiswil brachte vor eigenem Publikum Meister Willisau ins Wanken und gab den in Reichweite liegenden Sieg erst in den letzten drei Duellen aus den Händen. Es fragt sich, wer mit dieser Drucksituation besser fertig wird.

«Eigenfehler haben uns viele Punkte gekostet. Es liegt noch viel Arbeit vor uns.»

Urs Bürgler, Trainer Ringerriege Einsiedeln

Andreas Burkard (gelb) kämpft gegen den früheren russischen Vizemeister Magomed Ayskhanov auf Augenhöhe und liefert trotz der 6:9-Niederlage den Kampf des Abends.

Foto: Wädi Kälin

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