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Strafanzeigen gegen Pfarrer Rabeneck

Strafanzeigen gegen Pfarrer Rabeneck Strafanzeigen gegen Pfarrer Rabeneck

Die Vorwürfe lauten auf Veruntreuung, Urkundenfälschung und Erpressung

Gegen den früheren Alpthaler Pfarrer Georg Rabeneck läuft ein Justizverfahren: Der katholische Geistliche sieht sich konkret mit zwei Strafanzeigen konfrontiert.

WOLFGANG HOLZ

Noch ist es kein Jahr her, dass Alpthals Pfarrer Georg Rabeneck der katholischen Kirchgemeinde den Rücken gekehrt hat, da ist bekannt geworden, dass gegen den früheren Alpthaler Priester zwei Strafverfahren laufen. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft des Kantons Schwyz gegenüber unserer Zeitung.

Unschuldsvermutung gilt

«Am 21. August 2020 wurde gegen Pfarrer Georg Rabeneck bei der damaligen kantonalen Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen Veruntreuung (Art. 138 StGB), eventueller ungetreuer Geschäftsbesorgung (Art. 158 StGB) und Urkundenfälschung (Art. 251 StGB) sowie am 10. Dezember 2020 in demselben Sachzusammenhang Strafanzeige wegen Erpressung (Art. 156 Ziff. 1 StGB) erstattet», erklärt Sandra Aenishänslin, die leitende Staatsanwältin in Wollerau. «Das Verfahren ist nach wie vor hängig, es gilt die Unschuldsvermutung.» Alle interessierten Personen, die ein schutzwürdiges Interesse glaubhaft machen können, haben laut Aenishänslin zur gegebenen Zeit das Recht zur Einsichtnahme in die Endentscheide – sofern keine überwiegenden öffentlichen oder privaten beziehungsweise sonstwie schützenswerte Interessen entgegenstehen.

Zuvor auf kath.ch und im Pfarreiblatt publiziert Die Nachricht über die beiden Strafanzeigen gegen Georg Rabeneck, der zuletzt in Alpthal und davor in Schwyz als Pfarrer tätig war, wurde zuvor schon am 29. Juli auf dem katholischen Online-Portal kath.ch publiziert sowie jüngst im Pfarreiblatt Schwyz. «Laut dem Bistum Chur hat Rabeneck aktuell keinen bischöflichen Auftrag», schreibt kath.ch. Dessen Anwalt habe sich gegenüber kath.ch nicht äussern wollen.

Doch worum geht es bei den Strafanzeigen konkret? Personen aus Alpthal, denen die Anklageschrift vorliegt, wollen sich nicht dazu äussern. Nur so viel steht fest: Die Strafanzeige gegen Rabeneck wegen Veruntreuung, eventueller ungetreuer Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung ist von der Rechnungsprüfungskommission der kirchlichen Stiftung motiviert, wie Insider hinter vorgehaltener Hand versichern. Wer die Erpressungsklage erhoben hat, war nicht in Erfahrung zu bringen.

Massive Kostenüberschreitungen Offenbar geht es also um die finanziellen Unstimmigkeiten im Zusammenhang mit der Sanierung des Alpthaler Pfarrhauses. Dieses ist immer noch nicht fertig restauriert. Im Laufe der von Pfarrer Rabeneck 2018 begonnenen Renovation war es bekanntlich zu massiven Kostenüberschreitungen gekommen. Als Folge davon verhängte das Bistum Chur im Juli 2019 einen Baustopp und entzog dem Alpthaler Pfarrer die Bauleitung. Ein neuer Bauadministrator wurde eingesetzt. Fachleute sprechen von weiteren einigen Hunderttausend Franken, die für den vollständigen Innenausbau des Pfarrhauses nötig seien. Die Fassade strahlt dagegen bereits so gut in erneuertem Glanz. Kündigung und drei Rücktritte

Rabeneck reichte dann bekanntlich per 1. Oktober 2020 seine Kündigung beim Bistum Chur ein und verliess die katholische Kirchgemeinde St. Apollonia. «Ich verlasse Alpthal als Privatmann», sagte Rabeneck gegenüber unserer Zeitung Ende September. Kaum hatte der Pfarrer Alpthal verlassen, traten drei «ihn unterstützende » Alpthaler Kirchenräte zurück. Neuwahlen wurden nötig. Zwar ist der Kirchenrat mittlerweile wieder komplett, doch die Kirchgemeinde ist nach wie vor tief gespalten. Im Herbst soll bei der nächsten Alpthaler Kirchgemeindeversammlung auch die Causa Rabeneck auf den Tisch kommen.

Ein Stein des Anstosses: die Sanierung des Alpthaler Pfarrhauses. Foto: Wolfgang Holz

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