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Endlich wieder Kultur – Accento musicale tritt auf

Endlich wieder Kultur –  Accento musicale tritt auf Endlich wieder Kultur –  Accento musicale tritt auf

Am kommenden Sonntag, 2. Mai, um 18.30 und 16.30 Uhr, konzertiert «Accento musicale» im Kloster Einsiedeln, mit «Schubert-Stimmungen & Widerstreit!»

Mitg. Nach über fünf Monaten Zwangspause können die Schwyzer Profi-Musiker das mit der Kulturkommission Altendorf für April geplante Programm aufführen: Am kommenden Sonntag, 2. Mai, für je 50 Personen zunächst im wunderschönen Grossen Saal des Klosters Einsiedeln, um 18.30 Uhr und in einem Zusatzkonzert schon um 16.30 Uhr!

Die weiteren Konzerte mit diesem faszinierend kontrastreichen Programm folgen dann erst Ende Mai: Freitag, 28. Mai, im Dorfzentrum Altendorf und Sonntag, 30. Mai; in der Aula Lücken in Schwyz.

Im Zeitraum dazwischen, am mittleren Mai-Wochenende, bringt Accento die zweimal verschobenen «Neujahrskonzerte » endlich zur Aufführung: das wunderbare erste Streichquartett von Mendelssohn sowie das berühmte Klarinettenquintett von Brahms.

Mit dem aktuellen zeitgeistigen Programm «Schubert-Stimmungen & Widerstreit!» ist es Accento wieder ein Anliegen, Kammermusik über die Jahrhunderte hinweg bis hin zur zeitgenössischen Musik aufzuführen. Der erste Teil bringt so die Begegnung mit hierzulande unbekannt wilder, «widerstreitender», doch aber auch «gemässigt» moderner, manchmal gar «funkig- grooviger» Kammermusik aus den USA: Beide Werke sind brandneu, 2019 beziehungsweise 2008 komponiert, und inspiriert vom (poly-)rhythmischen 70er-Jahre-Stil der «New Yorker Schule».

Zeitgenössische Musik aus den USA

«Disagree!» vom urugayisch- stämmigen Amerikaner Miguel del Aguila ist überladen mit offensichtlich nicht zueinander passendem thematischem Material, ein Stück über Integration und Ungleichheit. Das Werk ist ein Statement für Pluralismus in der Musik und in unserer Gesellschaft, und diese Uneinigkeit überträgt sich im Stückverlauf auf die Musiker und ihre Rollen. Nach vielen Diskrepanzen, aber auch freundlichen Dialogen und Spielfreude, steigert sich das Werk in eine Konfrontation und wilde Verfolgungsjagd, und beruhigt sich dann in der Erkenntnis, trotz aller Differenzen miteinander Musik gemacht zu haben! «Disagree!» ist ein collageartiges Stück mit südamerikanischen Anklängen an Tänze wie Malambo, Vals Criollo, Tango und Milonga, zufälligen neo-romantischen Ausbrüchen der Pianistin, minimalistischen Passagen von Klarinette und Geige, pastoralen Stimmungen und dissonanten polytonalen perkussiven Effekten.

Mit einem originellen «lyrischen », aber auch als «bouncy » bezeichneten Stück des Klarinettisten Sean Osborn – von ihm hat Accento im letzten August das beim Publikum so ästimierte «Beatles»-Quintett gespielt! – geht es dann weiter: Ein durchgehender Metronom-Impuls prägt das Stück über alle Taktwechsel hinaus. Darüber werden «groovig-funkige», aber auch romantische Melodien gelegt – John Adams und die «New Yorker Schule» lassen grüssen.

Romantischer Schubert!

Der zweite Konzertteil gehört dann den «himmlischen Längen» eines Franz Schuberts – mit seinem Streichquintett in C-Dur erfüllen die Accento-Musiker sich und dem Publikum einen lang gehegten Wunsch: Schuberts einziges Streichquintett in der Besetzung mit zwei Celli, komponiert im September 1828, wenige Monate vor seinem Tod, war sein kammermusikalischer Schwanengesang. In einer selbst für ihn einmaligen Weise sind hier alle Qualitäten seiner reifen Instrumentalmusik gebündelt: sinfonische Form, entrückte Klangschönheit und dramatische Kontraste. Die Tragik eines Menschen, dessen Lebensträume nicht in Erfüllung gegangen sind, legt sich wie ein Firnis von Trauer über eines der klangschönsten Werke der Romantik – wunderbar passend in die aktuelle Zeit!

Es konzertieren der Konzertmeister des Zürcher Kammerorchesters, Donat Nussbaumer aus Altendorf, die beiden Einsiedler Musiker Meinrad und Lorenz Küchler, Violine/Bratsche, die beiden CellistInnen Monika Greenwald und Severin Suter aus Rickenbach und Schwyz, der Siebner Klarinettist Urs Bamert, sowie die Ausserschwyzer Pianistin Eleonora Em.

Dank verschiedener Kulturgönner und -sponsoren ist der Eintritt frei, es wird eine Kollekte erhoben (Inserat folgt).

Die Anmeldung ist obligatorisch per E-Mail an: [email protected] ch, Name, Adresse und Telefon, inklusive gewünschter Anzahl zusammenhängender Plätze – die Platzverteilung erfolgt in Reihenfolge der Anmeldungen. Einlass für maximal 50 Zuhörer pro Konzert.

Es herrscht Maskenpflicht im ganzen Gebäude, keine Pause, Dauer etwa 80 Minuten.

www.accentomusicale.ch

Zeitgenössisches im Quartett: Accento musicale mit Donat Nussbaumer, Urs Bamert, Severin Suter und Eleonora Em.

Foto: zvg

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