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«Beim Volleyball muss alles sehr genau sein»

«Beim Volleyball muss alles sehr genau sein» «Beim Volleyball muss alles sehr genau sein»

Früher spielte Linus Birchler in Einsiedeln Volleyball, nun ist er in der Nationalliga A für den TSV Jona im Einsatz. Was ihm so viel Spass am Volleyball bereitet, erklärt er im Interview.

WOLFGANG HOLZ

Herr Birchler, was ist das für ein Gefühl für Sie zurzeit: Als Nationalliga- A-Spieler dürfen Sie derzeit Volleyball spielen, Ihre tiefer klassierten Kollegen dagegen pandemiebedingt nicht? Wir sind natürlich sehr froh, dass wir weiterhin spielen können, da auch bei uns letztes Jahr die Saison ganz abgebrochen wurde. Dass die Saison nun in den tieferen Ligen definitiv beendet wurde, ist für Einsiedeln sehr schade, da sie diese Saison noch keinen Satz verloren haben.

Sie sind es gewohnt, vor zahlreichen Zuschauern zu spielen. Jetzt finden die Matches wegen Corona ohne Publikum statt. Macht das trotzdem Spass? Es war zu Beginn sehr merkwürdig, ohne Zuschauer zu spielen. Mittlerweile hat man sich aber daran gewöhnt. Den Spass am Sport haben wir dabei aber nicht verloren. Wie kann man sich da überhaupt motivieren? Seitdem keine Zuschauer mehr erlaubt sind, hat jedes Team einen Livestream eingerichtet. So weiss man trotzdem, dass einige Leute zuschauen. In einzelnen Hallen ist es dennoch sehr schwierig, da rundherum nichts gemacht wird, und es somit sehr leise ist. Man hat fast das Gefühl, es ist ein Trainingsspiel. Bei den meisten läuft aber immer wieder Musik und somit ist auch etwas Stimmung vorhanden. Hat es auch Vorteile, ohne Zuschauer zu spielen? Bei den Auswärtsspielen kann es teilweise auch ein Vorteil sein, da normalerweise die Zuschauer in der Halle gegen dein Team sind. Allgemein ist es aber einfacher zu spielen, wenn Stimmung vorhanden ist. Diese muss nun mehr von uns aus kommen. Was fasziniert Sie an diesem Sport? Ich spiele seit etwas mehr als fünf Jahren Volleyball. Im Volleyball muss alles sehr genau sein. Es kommt teilweise nur auf wenige Zentimeter an. Ausserdem kann man taktisch sehr viel beeinflussen. Das macht es von Spiel zu Spiel immer wieder interessant.

Sie hätten mit Ihrer Grösse von 2,03 Meter auch ideale Voraussetzungen fürs Basketball. Hat Sie der Wurf auf den Korb nie gereizt – zumal man mit Basketball ja auch richtig Geld verdienen kann, im Unterschied zu Volleyball?

Nein, ich schaue gerne mal ein Spiel der NBA. Habe selbst aber nie daran gedacht, Basketball zu spielen. Der Sport ist in der Schweiz nicht sehr populär und ich kenne auch nicht viele Clubs. Ich denke nicht, dass Basketball in der Schweiz ein viel höheres Budget hat als Volleyball. Um erfolgreich zu sein, müsste man in die NBA, was nicht wirklich einfach ist.

Seit wann spielen Sie beim TSV Jona, und wie haben Sie den Wechsel von Einsiedeln an den Zürichsee geschafft? Ich spiele nun die zweite Saison beim TSV Jona. Ich bekam die Möglichkeit, bei Jona im Nachwuchscenter zu trainieren. Als ich dann in Einsiedeln in der 1. Liga spielen konnte, hatte ich eine Doppellizenz, um mit dem U23 Team von Jona an der Schweizermeisterschaft zu spielen. Zudem konnte ich teilweise mit der ersten Mannschaft trainieren. Nach dieser Saison bekam ich dann die Anfrage für das NLA-Team.

Einsiedeln hat ja auch schon ganz oben gespielt – was fehlt derzeit, um solche sportlichen Höhen wieder zu erklimmen? Um in der NLA zu spielen, braucht es ein gewisses Budget, was in der Schweiz nicht immer einfach ist, da es leider nur eine Randsportart ist. Dies sieht man auch bei anderen Clubs, welche den Sprung in die NLA wagten. Um einigermassen gut mithalten zu können braucht es genügend Spieler, die auf dem Niveau spielen können. Das ist ohne ausländische Profispieler fast nicht möglich. Da steckt grosser Aufwand dahinter.

Was sind noch Ihre persönlichen

sportlichen Ziele im Volleyball?

Ich würde sehr gerne einmal Schweizermeister werden oder zumindest im Cup den Titel holen. Diese Saison haben wir es in den Cup-Final geschafft. Die Chance ist da, aber es wird kein einfaches Spiel. Ganz populär ist ja Beachvolleyball. Eine Alternative für Sie oder nur Strand-Fun? Für mich ist Beachvolleyball eine Abwechslung im Sommer, um trotzdem fit und am Ball zu bleiben. Ich spiele zum Spass einige Turniere. Als Mittelblocker in der Halle muss ich nie Service annehmen. Beim Beachvolleyball ist man nur zu zweit, da muss man alles machen. Im Sommer reduzieren wir unsere Trainings, deshalb ist es schwierig, mithalten zu können.

Foto: zvg

Linus Birchler

Jahrgang: 1998 Wohnort: Lachen Beruf: Informatiker Hobbys: Volleyball

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