Veröffentlicht am

«Das Hallenbad Ybrig ist definitiv Teil meiner Lebensqualität»

«Das Hallenbad Ybrig ist definitiv  Teil meiner Lebensqualität» «Das Hallenbad Ybrig ist definitiv  Teil meiner Lebensqualität»

Sie schätzt das Hallenbad im Dorf und bot deshalb der Genossenschaft ihre Hilfe an. Und diese kam wie gerufen: Seit gut vier Monaten ist Angela Suter Präsidentin des Verwaltungsrates.

VICTOR KÄLIN

Zu einem Generationenwechsel führte die Generalversammlung der Genossenschaft Hallenbad Minster im letzten Oktober (EA 79/20). Und als neue Verwaltungsratspräsidentin steht Angela Suter mittendrin. Dabei war die 35-Jährige bisher nicht einmal Genossenschafterin, wie sie dem Einsiedler Anzeiger erzählt. Dafür jedoch eine begeisterte Nutzerin. Aquafit, Kinderschwimmkurs, freies Schwimmen, Familien-Badeplausch – kein Angebot, das die Familie Suter ausgelassen hat.

Die zweifache Mutter schätzt es zudem, dass ihre ältere Tochter bereits im Kindergarten ins Schulschwimmen gehen kann, etwas, «das in Einsiedeln undenkbar ist». Als geborene Wasserratte zählt auch Schwimmen zu ihren Hobbys – aber doch klar hinter Volleyball. So ist die 35-Jährige oft selbst im Hallenbad anzutreffen. Mindestens vor Corona. «Das Hallenbad gehört zu meiner Lebensqualität. Und ist erst noch so nahe.» Von Null auf Hundert

Als im Einsiedler Anzeiger stand, dass die Hallenbad-Genossenschaft Hilfe brauche, habe sie sich gemeldet. «Aufgrund meiner Ausbildung als Polygrafin dachte ich, dass ich mich für die Werbung einsetzen könnte», erinnert sie sich. Edy Marty, Gemeindepräsident und Delegierter im Genossenrat, fand jedoch, dass das Präsidium der wichtigste Job sei, der aktuell verwaist wäre … Sie hätte sich danach mit ihrem Mann Daniel Suter und mit Bekannten besprochen. Und sich für das Amt zur Verfügung gestellt. Am 3. Oktober 2020 erfolgte die Wahl. Einstimmig. Seither sieht Angela Suter das Hallenbad Minster mit anderen Augen. Nächtelang hat sie sich in die Akten eingelesen und in zahlreichen Rundgängen jeden nur erdenklichen Winkel des Hallenbades erkundet.

Erstens: Mehr Benutzer

Dass an der letzten Generalversammlung gleich vier Verwaltungsräte zurückgetreten sind und dadurch enormes Wissen verloren gegangen ist, sieht die neue Präsident mehr als Chance denn als Handicap: «Wir können auf der grünen Wiese beginnen und das Projekt verjüngt und unbelastet in Angriff nehmen.» Der neue Verwaltungsrat (siehe Kasten) verfolgt eine zweigleisige Strategie. In einem ersten Schritt sollen die Betriebsführung optimiert und die Auslastung erhöht werden. «Wir haben noch Kapazitäten und wollen so vielen Schulkindern wie möglich den Unterricht ermöglichen», sagt Suter, «auch jenen aus Einsiedeln und Oberiberg.» Selbst wenn die Genossenschaft auch in Zukunft auf die Defizitgarantie der Gemeinde Unteriberg angewiesen sein sollte, kann für die neue Präsidentin erst mit einer positiven Betriebsrechnung der nächste Schritt getan werden: Die nachhaltige Sanierung des Hallenbads.

Zweitens: Die Sanierung 1974 wurde das Hallenbad Ybrig eröffnet (damals noch mit Namen Minster). Und aus demselben Jahr stammen auch die Bodenheizungsrohre! «Und es ‹verhebt› noch immer», erklärt Angela Suter, «aber niemand weiss, wie lange noch.» Die Bodenheizung gibt im Verwaltungsrat schon länger den Takt vor. Ein erster Kostenvoranschlag ist bereits zehn Jahre alt. Er sah Investitionen von 1,6 Millionen Franken vor. Da die Zusammenstellung zu wenig präzise ist, erstellt der Verwaltungsrat unter Einzug eines Experten derzeit eine neue Kostenberechnung.

Danach beginnt die Suche nach den Geldgebern. Der Verwaltungsrat hat die Fühler bereits ausgestreckt nach Unteriberg und Oberiberg sowie in die Bezirke Schwyz und Einsiedeln. «Verhalten optimistisch» sei sie, gesteht Angela Suter. «Wir haben ein gutes Team, ein funktionierendes Hallenbad und wir arbeiten daran, die Kosten verbindlich herauszuschälen», begründet sie ihren Optimismus. «Und letztlich ist das Hallenbad Ybrig eine Investition in etwas Bestehendes, das einfach ins Alter gekommen ist.» Oder mit anderen Worten: Einfach eine gute Sache. Die auf den kommenden Monat März angesagte schriftliche Generalversammlung komme für das Sanierungspaket noch zu früh; Angela Suter hofft, den Kostenvoranschlag für die Sanierung und den Verteilschlüssel für die Gemeinden im Sommer 2021 vorlegen zu können. Ziel ist es, dass es das Hallenbad Ybrig in die Budgets 2022 der Gemeinden schafft.

www.hallenbad-ybrig.ch

«Ich las im Einsiedler Anzeiger, dass das Hallenbad Ybrig Hilfe braucht»: Angela Suter, die neue Verwaltungsratspräsidentin. Foto: Evelyne Marty

Share
LATEST NEWS