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Wendy nimmt Fahrt auf

Die 27-jährige Unteribergerin belegt im Super-G in St. Anton einen guten neunten Platz Erstmals wagte sich in dieser Saison Wendy Holdener

Die 27-jährige Unteribergerin belegt im Super-G in St. Anton einen guten neunten Platz

Erstmals wagte sich in dieser Saison Wendy Holdener in St. Anton an Speedrennen heran und steigerte sich von Tag zu Tag auf den schliesslich guten neunten Rang im anforderungsreichen Super-G vom Sonntag.

KONRAD SCHULER

Die zwei Abfahrten und den Super- G von Val d’Isère vor Weihnachten liess Wendy Holdener bekanntlich sausen und trainierte an deren Stelle auf der Tschentenalp bei Adelboden. In St. Anton nun zog sie die schnellen Bretter an.

Im ersten Training vom Donnerstag tastete sie sich an die Piste heran, wurde 45. und verlor als zehntbeste Schweizerin 3,58 Sekunden auf die Schnellste, ihre Teamkameradin Lara Gut-Behrami. Am Freitag im zweiten Training verlor sie dann als achtbeste Fahrerin von Swiss-Ski nur noch 2,06 Sekunden und belegte den 44. Platz. Lange überlegte sie, ob sie in der Abfahrt vom Samstag starten soll.

Wichtig für die WM Da an den Weltmeisterschaften in Cortina d’Ampezzo die alpine Kombination ein weiteres Mal im Fokus steht, ist es für Wendy Holdener wichtig, dass sie doch einige Kilometer auf den Abfahrts- und Super- G-Pisten zurücklegt, geht es doch darum, das Vertrauen auch in den Speeddisziplinen aufzubauen.

In der Abfahrt vom Samstag legte sie dann im Startabschnitt eine erstaunliche Fahrt hin und war sogar schneller als die nachmalige Siegerin Sofia Goggia aus Italien. Da sie von den technischen Disziplinen her kommt und ihr viele Trainingskilometer fehlen, war nicht zu übersehen, dass sie in einigen Passagen zu hart auf dem Ski stand und dass sie sich auch noch nicht überall getraute, die Skier laufen zu lassen. Mit 2,89 Sekunden Rückstand landete sie schlussendlich auf dem 32. Rang.

18 Ausfälle im Super-G

Der Super-G vom Sonntag forderte von den Fahrerinnen enorm viel ab. Die Geländegegebenheiten und die vielen schnellen Kurven wurden insgesamt 18 Fahrerinnen zum Verhängnis. Nur 34 Teilnehmerinnen konnten schlussendlich klassiert werden.

Die Schweizerinnen erlebten einen äusserst erfolgreichen Tag. Lara Gut-Behrami fuhr trotz eines groben Fehlers Bestzeit und holte den insgesamt 13. Weltcupsieg in dieser Disziplin, insgesamt war es der 27. Vollerfolg im Rahmen des Weltcups. Corinne Suter holte mit zwei Zehnteln Rückstand Rang drei und durfte in dieser Disziplin das vierte aufeinanderfolgende Mal aufs Podest steigen. Mit Michelle Gisin auf Rang acht und Wendy Holdener auf Rang neun vervollständigten die zwei Allrounderinnen aus dem Team von Swiss-Ski ein tolles Mannschaftsergebnis in den Top Ten.

Fünfter Top-Ten-Platz im Super-G Es war für Wendy Holdener bereits mehr als nur eine Fahrt mit weiterem Trainingscharakter. Mit einer soliden Fahrt von oben bis unten und einem Rückstand von 1,67 Sekunden durfte sich ihre Leistung sehen lassen. Da und dort fehlte es noch an der letzten Konsequenz und an einem Quäntchen Selbstvertrauen.

Wendy Holdener fuhr am Sonntag zum fünften Mal in ihrer Karriere im Super-G in die Top Ten. Am 3. März 2018 in Crans-Montana und am 9. Februar 2020 in Garmisch stieg sie mit Rang drei aufs Podest. Am 20. Januar 2019 fuhr sie in Cortina d’Ampezzo, dem Weltmeisterschaftsort im Februar, auf den sechsten Platz, am 29. Februar 2020 kam noch ein neunter Rang in La Thuile dazu. Insgesamt eroberte sie zum zwölften Mal in ihrer Karriere Weltcuppunkte in der zweiten Speeddisziplin.

Nachtslalom von Flachau Heute Abend startet Wendy Holdener wieder in ihrer Paradedisziplin im Slalom – und zwar im Nachtslalom von Flachau, dem Heimatort von «Herminator» Hermann Maier.

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