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Super im Super-G

Super im Super-G Super im Super-G

Urs Kryenbühl hat am Freitag und Samstag in Val Gardena weitere Weltcuppunkte gesammelt und vor allem im Super-G vom Freitag mit Rang elf überzeugt. Beim Abfahrtslauf mussten seine Fans dagegen kurz den Atem anhalten.

Urs Kryenbühl kommt in Val Gardena zweimal in die Punkte

KONRAD SCHULER

Für einen Schreckmoment in der Abfahrt vom Samstag sorgte Urs Kryenbühl bei der Ausfahrt der Ciaslat und verlor mit diesem Fehler ein Ergebnis in den Top zwölf. Mit dem 24. Rang gelang ihm aber immerhin noch ein Ergebnis in den Punkterängen.

Die Abfahrtstrainings war Urs Kryenbühl noch eher gemächlich angegangen. Rang 38 mit 1,92 Sekunden Rückstand am Mittwoch und Rang 24 mit 1,91 Sekunden Rückstand am Donnerstag waren eher bescheiden. Am Samstag durfte er dann erstmals mit der Startnummer eins ins Rennen steigen.

Sprung wurde ihm fast zum Verhängnis «Ja, es war eine coole Erfahrung. Ich habe mich extrem gefreut auf diese Aufgabe und habe es so gut es ging genossen», meinte er beim SRF-Interview. Marc Berthod sprach von vielen schwierigen Kurven schon zu Beginn der Abfahrt und von perfekten Bedingungen. «Den Zug Richtung Kamelbuckel konnte er gut mitnehmen, Urs springt bekanntlich gerne», so Berthods Kommentar. Einer dieser Sprünge bei der Ausfahrt Ciaslat wäre ihm beinahe zum Verhängnis geworden. «Er hat sich akrobatisch gerettet », lautete der fachmännische Kommentar. Mit diesem Fehler dürfte Urs Kryenbühl etwa sieben Zehntel oder noch mehr verloren haben. Reagiert mit Kopfschütteln

Urs Kryenbühl selber hat sichtlich mit Kopfschütteln reagiert auf diesen ärgerlichen Fehler. Mit einem Rückstand von schlussendlich 1,94 Sekunden belegte er den 24. Rang. Gewonnen wurde auch dieses Rennen vom Norweger Aleksander Aamodt Kilde. Der beste Schweizer war Beat Feuz mit Rang drei. Carlo Janka wurde Siebter, Mauro Caviezel Zwölfter. Etwa in dieser Region in der Rangliste wäre auch Urs Kryenbühl ohne den Patzer bei der Ciaslat-Ausfahrt gelandet.

«Ich hatte Schwein» Urs selber kommentierte: «Ich hatte ‹Schwein› bei der Ciaslat, dass nicht mehr passiert ist. Auf diesem Niveau muss man immer das Limit suchen, probieren, alles herauszukitzeln. Vielleicht bin ich heute etwas darüber hinausgeschossen», so die Analyse von Kryenbühl.

In der Abfahrtswertung des Weltcups liegt der Unteriberger nach zwei Rennen mit 67 Punkten auf dem sechsten Platz und ist hinter Beat Feuz auf Rang drei zweitbester Schweizer, im Super-G belegt er mit 35 Punkten den 17. Rang und ist damit hinter dem Gesamtführenden Mauro Caviezel, Beat Feuz und Marco Odermatt der viertbeste Schweizer.

Zuvor fuhr der Unteriberger am Freitag im Super-G ein sehr solides Rennen und verbesserte sein bisheriges Karriereergebnis in seiner zweitbesten Speeddisziplin mit Rang elf um neun Plätze. Erst vor einer Woche hatte er mit Rang 20 in Val d’Isère sein bisher bestes Ergebnis vom 26. Februar 2017 in Kvitfjell egalisiert.

Im Super-G geht es für den 26-jährigen Unteriberger in diesem Winter darum, in den Top 30 Tritt zu fassen. SRF-Kommentator Marc Berthod sagte es richtig am Freitag. «Im Super-G baut er sich erst auf.» Mit der Startnummer 32 legte Urs Kryenbühl ganz oben eine solide Fahrt hin. Er konnte viel in seiner kompakten Position fahren. Auch die Kurven erwischte er sehr gut. Marc Berthod: «Urs Kryenbühl hat einen guten Grundspeed und attackierte auf der ganzen Strecke.» Gewonnen wurde das Rennen vom Norweger Aleksander Aamodt Kilde. Mauro Caviezel wurde Zweiter. Die weiteren Schweizer belegten die Ränge neun mit Marco Odermatt und zehn mit Beat Feuz.

Zufrieden mit Rennwochenende «Alles in allem bin ich zufrieden mit dem Rennwochenende, vor allem natürlich mit der Super- G-Leistung, aber auch mit der Einstellung, die ich zeigen konnte. Auch mit der Abfahrtsleistung bin ich insgesamt zufrieden, sicher war nicht alles perfekt. Daraus muss ich lernen und es nächstes Mal besser machen.» An den beiden ersten Rennwochenenden dieses Winters ist Urs Kryenbühl damit in vier Rennen viermal in die Punkteränge gefahren. Die Ränge 3 und 24 in der Abfahrt und die Ränge 11 und 20 im Super-G sind insgesamt als Erfolg zu werten.

«Im Super-G baut er sich erst auf.»

Marc Berthod, SRF-Kommentator

Auch schnell im Super-G unterwegs: Urs Kryenbühl. Foto: zvg

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