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«Wenn man selbst Kinder hat, erleichtert dies den Umgang»

«Wenn man selbst Kinder hat, erleichtert dies den Umgang» «Wenn man selbst Kinder hat, erleichtert dies den Umgang»

Jacqueline Riatsch-Steinauer hat sich als Fotografin auf Schwangere, Babys und Familien spezialisiert. Als Mutter von drei Kindern weiss sie aus eigener Erfahrung, wie sie mit ihren Models umgehen muss, um natürlich schöne Bilder zu schiessen.

LUKAS SCHUMACHER

Warum haben Sie sich als Fotografin auf Babys spezialisiert?

Nach meiner Lehre als Polygrafin arbeitete ich in einer Werbeagentur, in der ich viele Hochzeits- und Geburtskarten gemacht habe. Dadurch bin ich auch immer mehr in die Fotografie hineingerutscht. So hat sich das immer weiter entwickelt, bis ich eine Weiterbildung zur Babyfotografin absolvierte.

Haben Sie selbst Kinder?

Ja, ich habe drei Kinder, Laurina, Selina und Nevin. Während der Schwangerschaft meines ersten Kindes habe ich mit der Babyfotografie angefangen. Das war vor sechs Jahren. Worauf muss man bei einem Fotoshooting mit einem Baby achten?

Die Eltern des Kindes sollten möglichst entspannt sein – das ist meistens das Schwierigste. Im Studio sollte es kuschelig und warm sein, damit es die Babys möglichst gemütlich haben. Wenn man selbst Kinder hat, erleichtert dies den Umgang man hat ein viel grösseres Verständis und meine ruhige und geduldige Art hilft dabei sehr. Immer wieder hört man, dass Blitzlicht die Netzhaut von Babys schädigt. Stimmt das? Und wie fotografieren Sie? Ich weiss nicht, ob es irgendwelche Statistiken gibt, die dies Beweisen. Eigene Erfahrungen mit Blitzlicht habe ich keine. Ich habe von Anfang an ohne Blitz gearbeitet. Mirgenügtdas natürliche Tageslicht, welches durch die grossen Fenster meines Studios scheint. Selbst im Spital Einsiedeln, in dem ich Bilder für die Babygalerie und die Eltern mache, genügt das vorhandene Licht. Ich finde die Bilder wirken ohne Blitz natürlicher und schöner. So können die Babys in Ruhe weiterschlafen und werden nicht allzu fest gestört. Was machen Sie, wenn ein Baby während des Fotoshootings weint?

Meine ruhige Art behalten und herausfinden, woran es liegt. Zusammen mit den Eltern versuche ich, das Baby zu beruhigen, indem es getragen wird, einen Nuggi bekommt, gestillt wird oder eine Flasche erhält. Und ab und zu braucht das Baby einfach ein bisschen Kuschelzeit mit den Eltern. Nebst Babys fotografieren Sie auch Kinder. Worauf muss man beim Fotoshooting mit Kindern achten? Hier ist es immer gut, wenn man einen «Clown» dabei hat. Manchmal kommt eine Begleitung mit, die das Kind während des Shootings unterhält. Den Kindern wird nämlich oft langweilig. Draussen in der Natur geht es am besten, da können die Kinder im Wald oder beim Wasser spielen und sich frei bewegen.

Was fotografieren Sie sonst noch? Neu mache ich Geburtsreportagen, bei denen ich die Eltern während der Geburt begleite. Hier halte ich den Moment fest, wo die kleinen Wunder das erste Mal in den Händen gehalten werden können. Diesen Moment hat man oft nicht als Foto. Angefangen habe ich damit, als ich mit meinem jüngsten Kind schwanger war und ich dies gerne für mich selbst gehabt hätte. Da stellte ich fest, dass dies hier in der Region niemand anbietet.

Wie erleben Sie die Zeit als Mutter? Ganz aufregend, spannend, jeden Tag etwas Neues. Man lernt auch viel dazu, den Umgang mit Kindern, esjedem recht machen wollen und wie faszinierend und unbeschwert sie die Welt entdecken. Es ist eine intensive Zeit mit drei kleinen Kindern zu Hause und doch vergeht die Zeit so wahnsinnig schnell. Manchmal würde ich die Zeit gerne für einen Augenblick anhalten und einfach geniessen.

Foto: Lukas Schumacher

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