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Meilenstein für die Nutzung des ehemaligen Zeughauses Seewen

Die Weiterentwicklung des Zeughausareals in Seewen schreitet voran. Die Inkraftsetzung des kantonalen Nutzungsplans macht den Weg frei für weitere Zwischennutzungen. Zudem unterstreichen Studien, die auch der Öffentlichkeit präsentiert werden, das grosse wirtschaftliche Potenzial.

MAGNUS LEIBUNDGUT

«Die Weiterentwicklung des Zeughausareals in Seewen schreitet voran», schreiben Gemeinde und Kanton Schwyz in einer Medienmitteilung: «Die Inkraftsetzung des kantonalen Nutzungsplans macht den Weg frei für weitere Zwischennutzungen.» Zudem würden Studien, die auch der Öffentlichkeit präsentiert werden, das grosse wirtschaftliche Potenzial unterstreichen.

Das kantonale Planungs- und Baugesetz bietet die Möglichkeit, für regionale Entwicklungsschwerpunkte kantonale Nutzungspläne (KNP) zu erlassen. Insbesondere gelte dies für die Umnutzung von grösseren Arealen, deren bisherige Nutzung aufgegeben wurde, oder für Gebiete, die sich im kantonalen Interesse zur Ansiedlung von Unternehmen und Institutionen eignen, heisst es in der Medienmitteilung weiter: Solche Areale befinden sich beim ehemaligen Zeughaus in Seewen und beim früheren Holcim-Areal in Ingenbohl (Brunnen Nord).

Meilenstein für die Gemeinde Schwyz «Der KNP Brunnen-Nord konnte im Juni 2016 in Kraft gesetzt werden», teilt die Schwyzer Staatskanzlei mit: «Nun kann auch der KNP für das Zeughausareal nach langen und intensiven Einspracheverhandlungen am 25. September in Kraft gesetzt werden.» Sowohl für den Kanton als auch für die Gemeinde Schwyz sei damit ein wichtiger Meilenstein erreicht worden: «Das als kantonaler Entwicklungsschwerpunkt (ESP) definierte Zeughausareal kann nun in kleinen Schritten weiter geöffnet werden», schreibt die Kanzlei: «Neu können Zwischennutzungen zugelassen werden, die nicht nur einem öffentlichen Interesse dienen. » Da weiterhin kein (Mehr-) Verkehr erzeugt werden dürfe, liege der Fokus vorwiegend auf Lagernutzungen.

«Die Arbeiten der Gemeinde Schwyz konzentrieren sich momentan auf die detaillierte Planung der Neunutzung des Areals sowie auf damit zusammenhängende Erschliessungsfragen», ist der Medienmitteilung zu entnehmen: «Ebenso gilt es dabei auch, die finanziellen Auswirkungen im Auge zu behalten.» Vertraglich geregelt sei, dass die Armasuisse bis zu 37 Prozent an die Erschliessungskosten beisteuern werde. Weiter visiere die Gemeinde an, über das Agglomerationsprogramm finanzielle Unterstützung zu erhalten.

Studien zeigen Nutzungsmöglichkeiten «Im Sommer 2020 konnte ein an drei Planungsteams vergebener Studienauftrag abgeschlossen werden», teilen Gemeinde und Kanton Schwyz mit: «Die interdisziplinär zusammengesetzten Teams zeigen auf, dass eine Neunutzung neben und in der geschützten Substanz des Zeughauses machbar ist.» Die Idee der Gemeinde Schwyz, allgemeine Nutzungen und Bedürfnisse der Arealnutzer im L-Bau zu konzentrieren, sei von allen Teams weiterentwickelt worden.

«Die laufenden baulichen Abklärungen und die Ergebnisse aus dem Studienauftrag zeigen auf, dass sich die Neunutzung des Zeughausareals lohnt und für den Kanton Schwyz etwas Einmaliges entstehen kann», stellt die Staatskanzlei des Kantons Schwyz fest: Bis zu 700 Arbeitsplätze und ein Investitionsvolumen von rund 150 Millionen Franken wären ein bedeutender Schub für den Wirtschaftsstandort Schwyz.

Schutzwürdigkeit des Zeughausareals

Das Amt für Raumentwicklung hatte in Abstimmung mit der kantonalen Denkmalpflege ein Fachgutachten in Auftrag gegeben, um die Schutzwürdigkeit des Zeughausareals zu prüfen: Dieses ergab, dass die drei zur Erhaltung vorgesehenen Zeughäuser, die in den Jahren 1888 bis 1897 entstanden sind, die bedeutendsten Bauten der Zeughausanlage darstellen würden. Zusammen mit vier Gebäuden der Versorgungsanlage von 1902 wurden sie deshalb unter Schutz gestellt.

«Mittels einer Studie wurde zudem aufgezeigt, dass eine kombinierte Freiverladeanlage (östlich angrenzend an das Zeughausreal) machbar ist», führt die Kanzlei aus: «Auf diesen Grundlagen konnten beim KNP Seewen-Schwyz entscheidende Änderungen vorgenommen werden, die der Planung zum Durchbruch verhalfen.» Die Gemeinde Schwyz habe ihrerseits eine Zonen- und Erschliessungsplanänderung vorgelegt, die den Bau der Muotabrücke West ermögliche.

Die Informationen zum kantonalen Nutzungsplan und zu den Studienergebnissen sind zu finden unter: www.gemeindeschwyz.ch bzw. unter www.sz.ch/are/kNPSeewenSchwyz.

Die Ergebnisse der drei Planungsteams können am Samstag, von 9 bis 11 Uhr, im Zeughausareal besichtigt werden.

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