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Sichere Schweiz: Jetzt gehts ums Ganze!

ABSTIMMUNGEN

Mit dem Urnenentscheid vom kommenden 27. September über eine zeitgemässe Luftverteidigung stellt sich für die ganze Schweiz die sicherheitspolitische Sinnfrage. Diese verlangt nach einer wohlbedachten Antwort: Entweder halten wir mit einem Ja zu neuen Kampfflugzeugen an unserer verfassungsmässigen bewaffneten Neutralität und Unabhängigkeit, an unserem hohen persönlichen Freiheitsgrad und der ausgeprägten Stabilität unseres Landes fest. Oder wir folgen dem notorischen Nein der Armeeabschaffer und geben damit unsere ganze Bevölkerung und Armee am Boden schutzlos allen Bedrohungen aus der Luft preis.

Dabei ist es unerheblich, welche Einsatzszenarien wir favorisieren und für wie wahrscheinlich wir sie halten. Sie können in den kommenden 40 Jahren – so lange müssen die neuen Flugzeuge Dienst tun – alle eintreten und wir werden sie alleine bewältigen müssen. Es ist illusorisch, diese Kernaufgaben an die Nachbarn oder gar die Nato abwälzen zu wollen. Auch rhetorische Ablenkungsgefechte sind an dieser Stelle unangebracht: Schutzmasken und allgemeine Cyberabwehr in Ehren, aber sie sind wirkungslos gegen Bedrohungen aus der Luft und gehören nicht in eine seriöse Debatte um die dritte Dimension.

Der Verfassungsauftrag zum Luftpolizeidienst lässt sich mit Abfangraketen, Drohnen, Ballons, Trainingsflugzeugen, Transporthelikoptern und so weiter nicht leisten – vom direkten Luftkampf ganz zu schweigen. Sollte «der Flieger» (es gehört übrigens auch noch die bodengestützte Luftabwehr dazu) an der Urne scheitern, werden die bereits allozierten 6 Milliarden Franken im Armeebudget verbleiben und vom VBS anderweitig investiert. Es kommt also niemandem zugute, dieses Geschäft zu bodigen, aber der Schaden und die Nachteile wären immens. Ich werde daher ein überzeugtes Ja einlegen für die nun fällige Gesamterneuerung unserer Luftwaffe und Luftabwehr.

Oberstlt Jahn Koch Vizepräsident Offiziersgesellschaft Einsiedeln

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