Veröffentlicht am

Schwyzer Bezirksgericht schickt einen rabiaten Ehemann ins Gefängnis

Das Bezirksgericht Schwyz verurteilte einen Schweizer wegen wiederholter häuslicher Gewalt und weiterer Delikte.

RUGGERO VERCELLONE

Die Liste der Vorwürfe, die gegen den in seinem Innerschwyzer Wohnort bestens bekannten Mann erhoben wurden, ist lang. Nebst mehrfacher häuslicher Gewalt stehen unter anderem auch mehrfache falsche Anschuldigung, mehrfache Sachbeschädigung, mehrfache Körperverletzung, sexuelle Belästigung, mehrfache Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, mehrfache Beschimpfung von Polizeibeamten, mehrfacher Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen und Störung des Polizeidienstes auf der Liste.

Begangen wurden diese Delikte vorwiegend 2018 und 2019 gegenüber seiner getrennt lebenden Ehefrau. Zu den verbalen und tätlichen Streitigkeiten kam es hauptsächlich im öffentlichen und im halböffentlichen Raum, vielfach in einem öffentlichen Lokal, das vom Paar geführt wird – zum Teil vor Gästen. Oft in alkoholisiertem Zustand beschimpfte der Schweizer seine Frau als Hure und dergleichen. Er zog sie an den Haaren, griff ihr zwischen die Beine, warf sie zu Boden oder spuckte ihr ins Gesicht.

Schon mehrfach vorbestraft

Opfer des rabiaten Ehemannes wurde aber auch ein von ihm als Nebenbuhler bezichtigter Mann. Auf offener Strasse soll er ihn beschimpft, bedroht und attackiert haben. Zudem beschimpfte er Polizisten, die herbeigerufen worden waren, und drohte ihnen. Auf dem örtlichen Polizeiposten soll er auf den Boden einer Zelle uriniert haben. Der schon mehrfach wegen falscher Anschuldigung vorbestrafte Mann bezichtigte seine Frau und andere Involvierte, Straftaten begangen zu haben, er setzte sich über erlassene Rayonverbote hinweg und beging mehrfachen Hausfriedensbruch.

Ein rund 150 Seiten umfassendes Urteil Vor Gericht bestritt der Beschuldigte viele Vorwürfe, sodass das Bezirksgericht Schwyz eine klassische Aussage-gegen-Aussage-Situation zu beurteilen hatte. Das Gericht analysierte den Fall minutiös und kam in einer rund 150 Seiten umfassenden Urteilsschrift zum Schluss, dass der Mann in 13 von 23 Anklagesachverhalten schuldig oder teilweise schuldig zu sprechen sei. In neun Anklagepunkten wurde er meistens nach dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten » freigesprochen. In einem Fall wurde das Verfahren eingestellt.

Der Beschuldigte wurde zu einer Freiheitsstrafe von 17 Monaten und einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 30 Franken verurteilt. Weil der mehrfach Vorbestrafte sich uneinsichtig zeige und sich trotz rechtskräftiger Verurteilungen nicht von weiterer Delinquenz abhalten lasse, verweigerte das Gericht den bedingten Vollzug von Freiheitsund Geldstrafe.

Zudem ordnete das Gericht eine vollzugsbegleitende Massnahme an, damit der Beschuldigte lerne, wie er mit seiner Gewaltbereitschaft und seinen Alkoholproblemen umzugehen habe. Schliesslich wurden dem rabiaten Ehemann die Verfahrenskosten von rund 77’000 Franken auferlegt.

Das Urteil des Bezirksgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Es wird an das Kantonsgericht weitergezogen.

Share
LATEST NEWS