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Nur dank eines Parteiwechsels in den Bankrat der Kantonalbank?

Die geplante Berufung von Adriana Ospel in den Bankrat der Schwyzer Kantonalbank sorgt für Verwirrung.

ANDREAS KNOBEL

Es war ein regelrechter Coup, damals im Herbst 2018: Adriana Ospel-Bodmer trat mit gegen 20 Getreuen in die FDP Wollerau ein, um mit ihrem Komitee eine Pluralinitiative zu lancieren, die das eigentlich bereits abgesegnete Dorf- und Bildungszentrum Wollerau nachträglich bodigen sollte.

Der Putsch scheiterte dann zwar an der Urne, Ospel kündigte jedoch an, weiterhin aktiv und aufmerksam zu bleiben, wenn es um die Verschleuderung von Steuergeldern gehe.

Nun aber taucht die 45-jährige Witwe des vor Kurzem verstorbenen Top-Bankers Marcel Ospel überraschend als Kandidatin für den Bankrat der Schwyzer Kantonalbank auf. Dies allerdings nicht als Vertreterin der FDP, sondern der SVP. Das wirft Fragen auf: Woher der plötzliche Sinneswandel? Hat sie noch schnell die Partei gewechselt, um sich den lukrativen Job zu angeln?

Nichts von alledem treffe zu, versichern nun nicht nur Adriana Ospel, sondern auch Markus Feusi als Präsident der SVP Wollerau und selbst Stefan Hiestand als Präsident der FDP Wollerau. Die anerkannte Finanzfachfrau habe sich nie wohl gefühlt in der FDP, ein Wechsel zur SVP habe sich aufgedrängt.

Schon vorher gewechselt Und vor allem habe dieser Parteiwechsel schon stattgefunden, bevor die SVP mit dem Vorschlag an Ospel herangetreten sei, sich dem Bewerbungsprozedere als Bankrätin zu stellen. Von Opportunismus also keine Spur, bekräftigen alle Beteiligten.

Adriana Ospel selber verspricht zudem, weder als reine Parteivertreterin noch als Steueroptimiererin im Bankrat der Schwyzer Kantonalbank tätig sein zu wollen. Dafür sei die Verantwortung zu gross.

«Die anerkannte Finanzfachfrau hat sich in der FDP nie wohl gefühlt.»

Markus Feusi, SVP Wollerau

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