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Einsiedler Altersheime ermöglichen wieder Besuche

Einsiedler Altersheime ermöglichen wieder Besuche Einsiedler Altersheime ermöglichen wieder Besuche

Markus Forster zieht eine positive Bilanz: Es sei keine einzige Ansteckung durch den Coronavirus erfolgt. Obwohl das Ausgehverbot für die Bewohner der Heime aufgehoben worden ist, rät der Leiter des Altersheims Langrüti diesen davon ab, das Gelände zu verlassen – wegen der weiterhin bestehenden Ansteckungsgefahr.

MAGNUS LEIBUNDGUT

Am Montag hat das Departement des Innern das generelle Besuchs- und Ausgehverbot aufgehoben. Die Alters- und Pflegeheime haben den Auftrag erhalten, selber ein Schutzkonzept zu erstellen und die Lockerungsmassnahmen in verschiedenen Etappen zu vollziehen.

«Dieses Konzept haben wir in Zusammenarbeit mit dem Alterszentrum Gerbe erarbeitet. Die Konzepte wurden von den jeweiligen strategischen Organen, Verwaltungsrat der Gerbe und Betriebskommission der Langrüti, genehmigt», sagt Markus Forster, Leiter des Altersheims Langrüti in Einsiedeln.

Besuche von Angehörigen oder bei alleinstehenden Bewohnern von der engsten Bezugsperson sind jeden Tag von 10 Uhr bis 11.30 Uhr und von 14 Uhr bis 17 Uhr möglich. Die Besuche müssen am Vortag telefonisch im Sekretariat angemeldet werden. Pro Bewohner können an einem Besuch maximal zwei Personen empfangen werden. Im Falle von zwei Besuchern müssen diese im gleichen Haushalt leben. Der Besuch findet auf dem Bewohnerzimmer statt, begrenzt auf eine Stunde. Contact-Tracing-Liste im Fokus

Es ist möglich, den Zimmerbesuch für Spaziergänge an der frischen Luft auf dem hauseigenen Gelände auszuweiten. «Die Cafeteria und die Gartenterrasse bleiben aber aufgrund schutztechnischer Gründe den Bewohnern vorbehalten», betont Forster: Es würden nur gesunde Besucher zugelassen. Name und Vorname inklusive Handynummer und Datum des Besuchs müssten dem Sekretariat beim Betreten des Altersheims bekannt gegeben werden.

«Wir müssen eine Contact-Tracing- Liste führen – zwecks Nachverfolgbarkeit bei einer Ansteckung mit dem Covid-19-Virus», führt der Leiter aus. Es gelten weiterhin die Schutzbestimmungen des Bundesamts für Gesundheit (BAG): Die Besucher müssen während der gesamten Besuchszeit eine Hygienemaske tragen. Die Abstandsregel muss trotzdem soweit als möglich eingehalten werden. Die Besucher müssen sich nach erfolgter Besuchszeit im Sekretariat abmelden.

Die Lockerungsmassnahmen betreffen auch die Bewohner der Einsiedler Altersheime Langrüti und Gerbe selber – und zwar in Form einer Aufhebung des Ausgehverbots durch den Kanton Schwyz: Die Bewohner dürfen das Gelände wieder verlassen.

«Die Langrüti wie die Gerbe raten aber zum Eigenschutz und aus Rücksichtsnahme gegenüber Mitbewohnern dringend davon ab», konstatiert Forster: Denn eine Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus bestehe nach wie vor. Coiffeur noch nicht zugelassen

Transporte zu Ärzten und in Spitäler werden weiterhin durch die Heime übernommen. «Um zu vermeiden, dass die Bewohner im Dorf selbst Besorgungen machen, wird der Einkaufsservice weiterhin durch die katholische Arbeitnehmerbewegung in Zusammenarbeit mit dem Frauenverein in beiden Heimen aufrechterhalten », hält Forster fest.

Aktivitäten sind grundsätzlich im Speisesaal und im Personalraum möglich, wenn die Abstandsregel von zwei Metern eingehalten werden kann. «Jassen und Gesellschaftsspiele bis zu vier Personen an einem Tisch werden als Ausnahmeregelung ermöglicht», sagt der Leiter: Externe Dienstleister mit ärztlicher Verordnung wie Physio- und Ergotherapeuten seien zugelassen.

Einige Massnahmen bleiben noch bis zu den nächsten Lockerungsschritten bestehen. Damit die Abstandsregel weiterhin eingehalten werden kann, wird der Zimmer-Mahlzeitenservice weitergeführt.

Die Bewohner müssen in der Cafeteria und auf der Gartenterrasse weiterhin die Abstandsregeln einhalten. Es ist weiterhin nur eine Person pro Tisch oder Bank zugelassen. Externe Drittanbieter wie zum Beispiel Coiffeure und Handwerker sind noch nicht zugelassen: Dieser Lockerungsschritt ist ab dem 2. Juni vorgesehen.

Soziale Kontakte reduziert Forster zieht eine positive Bilanz über die vergangene Zeit: «Wir sind glücklich darüber, dass bei uns keine einzige Ansteckung durch den Virus erfolgt ist.» Naturgemäss sei es keine einfache Zeit gewesen, weil sich die sozialen Kontakte reduziert hätten.

«Wir haben aber dafür gesorgt, dass die sozialen Kontakte innerhalb des Hauses am Laufen gehalten wurden», bemerkt der Leiter: Oftmals sei es vielmehr für die Angehörigen schwierig gewesen, weil sich diese aufgrund der Kontaktsperre nicht mehr vor Ort informieren konnten, wie es den Senioren im Heim gegangen sei.

Dank der regen Nutzung von Facetime oder Skype sowie Telefongesprächen hätte diesem Umstand aber entgegengewirkt werden können: «Unsere Bewohnerinnen und Bewohner waren sich bewusst, dass nicht nur sie keine Kontakte mehr mit den Angehörigen haben konnten, sondern auch alleinstehende ältere Menschen davon betroffen waren, schildert Forster.

Ein Schritt zurück in die Normalität: Das Altersheim Langrüti in Einsiedeln ermöglicht wieder Besuche und hebt das Ausgehverbot für die Bewohner auf.

Foto: zvg

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