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Der Kanton Schwyz hält an der Maturaprüfung fest

Der Kanton Schwyz hält an der Maturaprüfung fest Der Kanton Schwyz hält an der Maturaprüfung fest

Wegen der Corona-Pandemie führen die Mittelschulen des Kantons Schwyz seit zwei Monaten Fernunterricht durch. Zur Regelung der Matura- und FMS-Abschlussprüfungen hat der Erziehungsrat Sonderregelungen bezüglich Unterricht, Lehrplan, Promotion und Zeugnisse erlassen.

MAGNUS LEIBUNDGUT

Gemäss den Empfehlungen der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren werde das Schuljahr 2019/2020 als vollwertig angerechnet, schreibt die Schwyzer Staatskanzlei in einer Medienmitteilung: «Es werden weder Ferien gekürzt noch die Schulzeit verlängert.» Bei der gymnasialen Maturität werde auf mündliche Prüfungen verzichtet. «Jedoch finden die schriftlichen Prüfungen zwischen dem 25. und 29. Mai unter Einhaltung des Schutzkonzeptes statt», teilt die Kanzlei mit. Gleiches gelte für die Fachmittelschul- Abschlussprüfung, die ebenfalls nur schriftlich abgehalten werde. «Kein Schüler muss repetieren»

Einzig im Bereich der Fachmaturitätsprüfungen wird aufgrund der fehlenden Vornoten das vollständige Programm mit schriftlichen und mündlichen Prüfungen durchgeführt. «Der Lehrplan wird nicht eingeschränkt», betont die Staatskanzlei. Allfällig aufgrund des Fernunterrichts entstandene Kompetenzlücken seien innerhalb des Folgesemesters aufzuarbeiten.

Das Zeugnis des zweiten Semesters 2019/2020 werde aufgrund der vorliegenden Noten aus dem Präsenz- und Fernunterricht erstellt, habe aber keine Promotionswirkung. «Somit verbleiben die Schüler im Promotionsstatus, den sie aufgrund des ersten Semesterzeugnisses erreicht haben», schreibt die Kanzlei. Zudem werde das Zeugnis mit einem Vermerk ergänzt, dass der Präsenzunterricht aufgrund der Corona-Pandemie während Wochen eingestellt war.

«Damit ist klar, dass dank dieser Regelung kein Schüler die Klasse repetieren muss», präzisiert Regierungsrat Michael Stähli, Vorsteher des Bildungsdepartements und Präsident des Schwyzer Erziehungsrats. Wie eine Mehrheit der Kantone halte auch der Erziehungsrat des Kantons Schwyz an der Durchführung von schriftlichen Maturitätsprüfungen fest. «Ein totaler Verzicht auf die Abschlussprüfungen ist aufgrund der epidemiologischen Lage im Kanton Schwyz nicht gerechtfertigt », sagt Stähli: «Das wäre eine Bankrotterklärung.»

Die Noten werden gerundet

Zudem sollen die Schüler die Möglichkeit erhalten, ihr Wissen und die Kompetenzen der letzten zwei Schuljahre umfassend unter Beweis stellen zu können. Gehört doch das Ablegen einer umfassenden Schlussprüfung ganz wesentlich zur gymnasialen Ausbildung und stellt auch im Hinblick auf ein späteres Studium an einer Hochschule ein wichtiges Element der Ausbildung dar. Unter Berücksichtigung der besonderen Situation für die Schüler der Abschlussklassen seien bei den Notenberechnungen gewisse Anpassungen vorgesehen. Damit werde sichergestellt, dass den Schülern aus der angepassten Prüfungsdurchführung keine Nachteile erwachsen und die Chance zum Bestehen der Abschlussprüfung derjenigen beim ordentlichen Prüfungsverfahren in nichts nachsteht. «So ist eine Rundungsregel zugunsten der Schüler vorgesehen », führt Stähli aus.

Die Fachmaturitätslehrgänge seien spezielle Lehrgänge, die nach dem FMS-Abschluss ansetzen und in der Regel ein Semester umfassen würden, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Bei der Fachmaturität Pädagogik gelte es, nebst dem Schreiben einer Fachmaturitätsarbeit auch Unterricht in diversen Fächern zu absolvieren.

«Die anschliessende Abschlussprüfung erfolgt ohne den Einbezug von Erfahrungsnoten. Das heisst, die Noten im Fachmaturitätszeugnis bestehen einzig aus den Noten der Abschlussprüfung», schreibt die Staatskanzlei.

Keine «Matura zum Nulltarif»

Aus diesem Grund müssten die entsprechenden Abschlussprüfungen in vollem Umfang, das heisst sowohl in mündlicher als auch schriftlicher Form durchgeführt werden.

«Erziehungsrat und Bildungsdepartement gehen mit diesen Entscheiden wie eine Mehrheit der Kantone bewusst nicht den Weg des geringsten Widerstands », sagt Stähli: «Denn dieser Weg hätte zu einem gänzlichen Verzicht auf eine Maturaprüfung geführt.» Damit werde der Erwartungshaltung Ausdruck gegeben, dass von angehenden Akademikern trotz einiger Wochen Fernunterricht der Ausweis über mehrere Jahre erlangte Kenntnisse durchaus verlangt werden könne. «Auf diese Weise wird verhindert, dass der Matura 2020 in der Rückschau der Makel einer ‹Matura zum Nulltarif› angehaftet wird», konstatiert Stähli: Zudem könne pandemisch wie organisatorisch die Maturaprüfung problemlos bewältigt werden.

«Weil bis zur allfälligen Wiederaufnahme des Betriebs an den Gymnasien am 9. Juni die Schulräume leer sind, kann gut in diesen die Abschlussprüfung über die Bühne gehen.» In diesen leeren Räumen könne ohne Probleme ein ausreichender Abstand eingehalten werden, hält der Regierungsrat fest.

Regierungsrat Michael Stähli, Vorsteher des Bildungsdepartements und Präsident des Schwyzer Erziehungsrats, erklärt die Sonderregelungen für die Mittelschulen.

Foto: zvg

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