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Schön

Schön Schön

ZWISCHENLUEGETEN 3

MARTHA EMMENEGGER

In unserem Sprachgebrauch, habe ich bemerkt, verwenden wir des Öfteren das Wort «schön» und meinen nicht schön im Sinne von Schönheit. So fiel mir auf, dass auch ich in letzter Zeit (wegen Corona) den Ausspruch hörte oder selber sagte: «Bliib schön deheime!» Was natürlich meint, dass die verordneten Massnahmen korrekt und ohne Murren eingehalten werden. Nun, das mit dem «schön» ist humorvoll zweideutig betrachtet aber so eine Sache. Nahezu sogar Herausforderung. Der Lockdown mit seinen Konsequenzen brachte Schliessungen gewisser Betriebe mitunter all der «schönmachenden und -unterstützenden». Sprich: Coiffeursalons, Kosmetikstudios, Enthaarungspraxen, Sportcenter und all die Anbieter diverser Schönheitsbehandlungen. Ganz zu schweigen von den kostspieligeren Varianten. Denn auch der Beauty-Doc hat zu. Nix mit Botox-Injektionen und Hyli-äh-Hylo-äh-Hyaluron-Fillern. Nicht, dass ich das jemals selber genutzt hätte. Nein, so viel Geld ausgeben würde mich schön reuen.

Gelesen habe ich, dass aufgrund des Fehlens dieser Angebote sich mancher Partner mit dem schleichenden Zerfall von prallvollen Lippen seiner Liebsten arrangieren muss oder sich mit der erweiterten Vielfalt (Betonung auf Falt[en]) konfrontiert sieht. Ja, die Corona-Krise zeigt wortwörtlich «ihr ungeschöntes Gesicht». Uns bleibt aber die Selbsthilfe. Indem wir uns selbst schön finden. Und die «social distance » hilft uns, denn der grössere Abstand lässt kleine Makel eher übersehen. Wie auch schlechtangepasste Brillengläser, also wenn vom Gegenüber getragen. Und ja, Lachen macht auch schön! Drum mein Mantra: «Martha, einfach schön humorvoll und schön gelassen bleiben!» *

Martha Emmenegger, 45, graut es aber, trotz viel Humor, etwas vor dem wachsenden Grau am Scheitel …

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