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«Am Dreikönigstag gibt es ‹Seichwetter›»

Erwin Horat ist als Wetterprognostiker der Ybriger Wetterfrösche bekannt als «der Frosch». Er ist Wetterfrosch des Jahres 2018/2019. Sollte er im Frühling erneut obsiegen, hätte er dreimal hintereinander diesen Titel erobert.

Wie gut haben Sie das Winterwetter bis dahin vorausgesagt?

Zu Beginn des Novembers sagte ich einigermassen schönes und veränderliches Wetter voraus. Das hat so halbhalb gestimmt. Am Martinstag hatte ich luftiges Wetter. Wenn der Föhn bläst an diesem Tag, dann haben wir ihn ein Vierteljahr lang häufig zu Besuch. Und es luftete am 11. November. Mitte November hat es etwas geschneit. Das habe ich richtig vorausgesagt. Anfang Dezember prophezeite ich Schnee und nebliges Wetter. Etwa die Hälfte davon sah ich richtig voraus. Vom 9. Dezember an hatte ich für ein bis zwei Tage schönes Wetter im Blick, nachher Regen und Schnee. Das ist ziemlich genau eingetroffen. Danach hatte ich kaltes Wetter bis am 22. Dezember angesagt. Das hat dann halt nicht so gestimmt. Wie stimmte die Wetterprognose über die Weihnachtstage? Am 23. Dezember Regen und Schnee: Das ist eingetroffen. Am 24. und 25. Dezember Regen: Das ist voll eingetreten. Am 26. Dezember schön, nachher Regen: Das war wiederum ein Volltreffer. Am 27. Dezember sagte ich Regen voraus. Das ging daneben. Am 28. und 29. Dezember schönes Wetter: Das war okay. Ab dem 30. Dezember sagte ich eine Woche lang schönes Wetter voraus. Das wird wohl so in Erfüllung gehen. Bis auf einen Tag habe ich also einen Volltreffer gelandet. Wie geht es im Januar weiter mit dem Winterwetter? Das neue Jahr beginnt bis am 5. Januar schön und kalt. Am Dreikönigstag gibt es «Seichwetter ». Ab dem 13. Januar gibt es abwechslungsweise Regen und Schnee. Allmählich wird es etwas kälter. Vom 20. bis 26. Januar haben wir schönes Wetter mit wenig Niederschlag. Am 27. Januar schneit es und dann können wir erneut schöne Tage geniessen. Wo sind Ihre Prognosen gültig?

Eigentlich gelten sie für die Region Ybrig. Die Einsiedler sollen besser selber für sich und zu ihrem Wetter schauen.

Wie sind die Reaktionen, wenn die Prognosen daneben liegen? Als Wetterfrosch wird man schon hie und da darauf angesprochen. Teilweise wird auch gestichelt. Das muss man «verliedä ». Das Ganze wird von uns allen auch nicht so ernst genommen. Der Humor gehört dazu. Kommt bei danebenliegender Prognose Schadenfreude auf? Nein, das gibt es bei uns nicht. Dass jemand dann einige Male gehänselt wird, das hingegen ist dann schon der Fall. Sagen Sie als bekannter Wetterfrosch auch andere Dinge voraus, so am Jahreswechsel beispielsweise für das neue Jahr? Nein, das mache ich eigentlich nicht, ich beschränke mich auf das Wetter.

Was soll 2020 bringen?

Ich wünsche uns ein schönes Jahr mit wenig Unwettern. Die letzten beiden Jahre waren eigentlich gute Jahre, wir haben zwei schöne Sommer erleben dürfen. Welche Neujahrsvorsätze haben Sie gefasst?

Ich habe auch da keine ausserordentlichen Wünsche. Hoffentlich bleibe ich gesund und kann meine Pension weiterhin geniessen. Hie und da werde ich Ski fahren gehen. Im Sommer gehe ich gerne mit meiner Frau «z’Bärg». Manchmal gehe ich Pilze sammeln.

Foto: Konrad Schuler

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