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Einsiedler Fotografentreffen

Einsiedler Fotografentreffen Einsiedler Fotografentreffen

Ausstellung im Berufsinformationszentrum Pfäffikon

Liliana Dias, Albert Fink und Lukas Schumacher haben sich mit der Berufswelt künstlerisch auseinandergesetzt. Ihre Fotos sind an einem passenden Ort zu sehen.

VICTOR KÄLIN

«Junge Leute sprechen auf Bilder an», weiss Philipp Strässle als Vorsteher des Amtes für Berufs- und Studienberatung. Seine Aussage wird seit dem letzten Donnerstag, 14. November, einem Faktencheck unterzogen: Im Berufsinformationszentrum BIZ Pfäffikon hängen 21 Bilder – Berufsbilder genaugenommen. Sie stammen von Liliana Dias, Albert Fink und Lukas Schumacher und zeigen Berufsleute an der Arbeit: Metallbauer, Gärtner, Polizisten, Entsorgungstechniker … Die drei teilen nicht nur ihre Leidenschaft für die Fotokunst, sondern mit Einsiedeln auch den Herkunftsort. Die Vernissage wurde zum Einsiedler Fotografentreffen in der Fremde.

Für Strässle sagt ein Bild «mehr als 1000 Worte». Er erhofft sich, dass Jugendliche wie Erwachsene «auch über Bilder in die Berufsberatung einsteigen » – sozusagen als nonverbale Ergänzung des Beratungsangebotes im BIZ. Musikalisch umrahmt wurde die kleine Feier durch das Trio «Mädesüess».

«Länger als eine Sekunde»

Albert Fink (74 Jahre) muss man in Einsiedeln nicht weiter vorstellen. Der pensionierte Lehrer experimentierte schon als Zwölfjähriger mit Vaters Rolleycord; die Kamera gibts noch heute, wie Fink den staunenden Zuschauern demonstrierte. Der Einsiedler hat schon an verschiedenen Ausstellungen teilgenommen; 2015 gestaltete er die Feiertagstrilogie des Einsiedler Anzeigers Ostern – Pfingsten – Weihnachten mit überraschenden und eindrücklichen Bildern. Auch Lukas Schumacher (27) ist den Lesern und Leserinnen unserer Zeitung bekannt. Der Produktionsleiter des Einsiedler Anzeigers befasst sich spätestens seit seiner Ausbildung als Polygraf, die er mit der gestalterischen Berufsmatura abschloss, mit der Fotografie als Kunstform. «Trotz Technik und Know-how», so Schumacher an der Vernissage, «ist noch immer das Wichtigste, dass der Betrachter länger als eine Sekunde beim Bild verweilt.» Mit 18 Jahren die jüngste Fotografin ist Liliana Dias. Sie ist im 3. Lehrjahr als Metallbauerin EFZ – eine Exotin unter lauter Männern, wie sie erzählte. Und dennoch empfiehlt sie ihren Beruf auch anderen Frauen: Metallbauerin sei ein spannender Beruf, in dem sich handwerkliches Geschick und eine gute körperliche Verfassung vereinen. Was die Einsiedlerin damit meinte, war auf ihren Bildern zu sehen: eindrückliche Kunstwerke, welche die Faszination dieses Berufes mehr zum Ausdruck bringen als 1000 Worte. Dass eines ihrer Bilder an der Vernissage den Publikumspreis gewann, überraschte niemanden.

Foto-Ausstellung «[email protected] BSB», Berufs- und Studienberatung, Huobstrasse 9, Pfäffikon. Die Foto-Ausstellung kann während den Öffnungszeiten bis im April 2020 besucht werden.

Einsiedler unter sich: Albert Fink, Liliana Dias und Lukas Schumacher stellen ihre Werke in Pfäffikon aus. Foto: Victor Kälin

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