Das Milizsystem - ein Erfolgsgarant in Gefahr

Mo, 01. Apr. 2019

Vi. Das Milizsystem gilt als einer der Erfolgsgaranten der Schweiz. Dennoch bekundet rund die Hälfte der Gemeinden Mühe, ihre Ämter zu besetzen. Das soll sich ändern.

Der Schweizerische Gemeindeverband hat 2019 zum «Jahr der Milizarbeit» ausgerufen. Nicht ohne Grund, steckt das Milizsystem doch in der Krise. Gemäss Umfrage bekundeten 2017 rund 50 Prozent der Gemeinden in der Schweiz Schwierigkeiten bei der Rekrutierung für die Gemeindeexekutive. Ein Befund mit erheblicher Sprengkraft: In der Schweiz sind alleine auf kommunaler Ebene rund 100’000 Personen in einem politischen Amt tätig. Davon sind nicht weniger als 81 Prozent ehrenamtlich tätig, 17 Prozent nebenamtlich und lediglich 2 Prozent vollamtlich.
Für den Schweizerischen Gemeindeverband ist das Milizsystem «aber nicht am Ende, sondern dringend auf neue Impulse angewiesen». Diese Impulse verspricht man sich vom «Jahr der Milizarbeit». Damit soll das Milizsystem erhalten, respektive so weiterentwickelt werden, dass es auch in Zukunft gelebt werden kann. Speziell im Fokus steht die junge Generation.
Im Interview mit unserer Zeitung bestätigt Christoph Niederberger (Foto), der Direktor des Schweizerischen Gemeindeverbandes, nicht nur die Schwierigkeit der Kandidatensuche, sondern zusätzlich auch die immer kürzer werdende Verweildauer im Amt. Dennoch kann er für einen föderalen Staat wie die Schweiz kein besseres System erkennen.
Dem Gemeindeverband gehören 1583 der aktuell 2212 Schweizer Gemeinden an, darunter auch 22 von 30 Schwyzer Gemeinden. Aus unserer Region sind dies Einsiedeln, Unteriberg, Oberiberg und Alpthal. Rothenthurm hingegen ist nicht Mitglied.

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