Norbert Fuchs-Kälin

Fr, 15. Mai. 2015

Norbert erblickte am 11. August 1942 als sechstes von sieben Kindern der Bauernfamilie Fuchs-Kälin das Licht der Welt. Eine gesunde, lebensfrohe Schar von fünf Buben und zwei Mädchen waren sie in der Zwischenzeit. Im Heller im Willerzell erlebten sie zusammen fröhliche, aber auch arbeitsreiche Kindheitstage, mussten doch alle von klein auf im Stall bei den Tieren mithelfen. Auch durch den frühen Tod der geliebten Mutter mussten sie zusätzlich noch den Haushalt stemmen.

Die Schulzeit war für den lebensfrohen Burschen nur Nebensache.Lieber warf er seinen Schulranzen hinter eine «Schiiterbiig». Viel lieber als den «Griffel» nahm er eine Mist-
gabel oder seinen Holzrechen zur Hand. Vereinfacht wurde die körperlich strenge Handarbeit durch Ross und Wagen.

Nach der Schulzeit arbeiteten er und seine ältere Schwester in einer Fabrik in Meilen. Schnell erkannte er, dass ihm die Heimat fehlte. Daraufhin arbeitete er die Woche hindurch in der Sägerei im Burket, jedoch fehlten ihm die Tiere. Der wissenswillige Norbert bekam eine Gelegenheit, im Tierspital Zürich Wochenenddienst zu leisten. Dadurch erlernte er als Tierpfleger «s'Gschpüüri vom Tier». Die Technik der Klauenpflege, die er dort erlernte, faszinierte ihn ab diesem Zeitpunkt sein ganzes Leben lang. Die spärliche Freizeit, die dem Junggesellen blieb, verbrachte er auf Wanderungen in den Bergen und der Natur.

Als Melker im Kloster Einsiedeln war er 13 Jahre lang Angestellter. Die Klosterverwaltung setzte ihn als Senn in der Sihltalhütte ein. Zur grossen Freude von Alice, welche im Nachbarshaus wohnte.

Im Jahre 1982 gaben sich Norbert und seine geliebte Alice Kälin in der Sattelegg-Kapelle mit Gottes Segen das Ja-Wort und baten dabei den Herrgott um Schutz und Begleitung für ihre gemeinsame Zukunft. Sie konnten sich in der Sennenwohnung gemütlich und einfach einrichten.

1983 wurde ihnen Markus, das erste Kind, geschenkt. Beide wünschten sich jedoch mehr Kinder, 1984 mit Thomas und 1987 mit Ueli wurde dann das Glück vervollständigt, welches für sie beide den Sinn des Lebens und der Zukunft bedeutete. Die Familie war für ihn das grösste Glück.

Als Bauer mit Leib und Seele, konnte Norbert am 1. Mai 1987 den Gutsbetrieb zur Pacht übernehmen, ab diesem Zeitpunkt war seine Frau die rechte Hand, auf die er sich immer verlassen konnte.

1998 durfte er seinen Elternbetrieb, den Heller im Willerzell, auf dem er aufgewachsen war, für sich erwerben und bewirtschaften. Tüchtig wie er war, konnte er beide «Heimet» zusammen bewirtschaften.

Der leidenschaftliche Viehzüchter präsentierte seine gute Zucht gerne an Gemeinde- und Bezirks-
ausstellungen. Ein absoluter Höhepunkt im Jahr war für ihn die «Ybriger Vehusstellig». Aufgeregt und voller Hoffnung «fuhr» er mit seinem «Sänntä» über den Karrenboden ins Ybrig zur Prämierung. Durch sein gutes Züchterauge konnte er viele Kranztiere am Umzug durchs Dorf führen, jedoch präsentierte er mit grossem Stolz seinen Stier.

2008 übergab er seinen guten Viehbestand, die saftigen, gepflegten Wiesen und Flächen und die gut instandgehaltenen Gebäude seinem Sohn Thomas. Trotzdem half er immer bei allen Arbeiten rund um den Betrieb mit. Der liebevolle «Dädi» hatte für seine Kinder immer ein offenes Ohr, einen gutgemeinten Rat und eine zum Anlehnen starke, breite Schulter.

Im gleichen Jahr, im Herbst am Tage einer Bezirksausstellung, erhielt er die erste erschütternde Krebsdiagnose. Für den 66-jährigen aktiven Familienvater brachen sein Lebensmut und seine ganze Welt zusammen.

Einmal im Leben wollte er seinen Bruder, der in Kanada lebt, noch sehen. Hals über Kopf schloss er sich Bekannten an, welche bereits gebucht hatten. Überwältigt, fasziniert und mit neuem Lebensmut kehrte er in seine Heimat zurück, wo er gedanklich bereits den Frühling in vollen Zügen erwartete. Der Sommer verstrich, der Herbst liess die farbigen Blätter fallen, und mit dem Winter kam die Müdigkeit.

Im neuen Jahr blühte er zuversichtlich mit seinem Humor und froh wieder auf, wobei er über Jahre von Höhen und Tiefen nicht verschont wurde. Während dieser Zeit machte er das, was ihm Freude bereitete und er die Krankheit in den Hintergrund stellen konnte. «S' schaffä» war für Norbert die grosse Ablenkung. Fehlen durfte aber bei ihm das gemütliche Beisammensein unter Gleichgesinnten nicht. Mit einem feinen Essen und mit einem Glas Wein genoss er gemütliche Stunden.

Der Krebs zog den geliebten Menschen langsam und immer stärker in seinen Bann. Mit den Jahren wurde sein Leidensweg für ihn immer schlimmer und die Spitalaufenthalte immer unerträglicher und länger.

Der einst so starke und stramme Mann konnte sich vom letzten, überaus langen Spitalaufenthalt nicht mehr erholen. Ab dieser Zeit verschlechterte sich sein Zustand Monat für Monat, Woche für Woche und Tag für Tag. Mit Hilfe der Familienangehörigen konnte er noch lange Zeit in seiner vertrauten Umgebung bleiben. Zu seinem Ritual gehörten das tägliche Meteo und Tierfilme. Immer gerne war er auf dem Laufenden, was sich um ihn herum bewegte und abspielte.

Am Schluss seiner Kräfte, zwangen ihn die Schmerzen am Mittwoch, ins Spital Einsiedeln zu gehen. Mit dem Gedanken und dem letzten Blick zu seinem Hausberg «de Fluebrig» und auf die grünen Wiesen, verliess er das Haus. Zwei Tage später, am Freitag, 17. April 2015, konnte er friedlich und ohne Schmerzen einschlafen.

Du konntest dich befreien von deinem Leiden, doch der Schmerz sitzt tief in unseren Herzen. Wir werden dich vermissen. «Wänn ihr mich sueched, so sueched mich i üchnä Härzä.»     I Liebi Dini Familie


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