Gegen-Komitee sagt Nein zur «Kesb-Initiative»

Mo, 06. Mär. 2017

Vi. Am Montag, 6. März, hat ein überparteiliches Nein-Komitee den Abstimmungskampf zur Kesb-Initiative eröffnet. Die von der SVP eingerichte Initiative verlangt, dass die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) wieder auf Stufe Gemeinden ansiedelt werden soll. Für das Komitee «Nein zur Kesb-Initiative» ist diese Forderung eine «Illusion».

Die Zeiten der Vormundschaftsbehörden seien vorbei und aufgrund des geänderten Bundesrechts nicht wieder herstellbar. Das Gegenkomitee verweist auf die Fürsorgebehörden der Gemeinden: Keine einzige ist für die Initiative; 95 Prozent wollen das heutige System beibehalten. Abgestimmt wird am 21. Mai 2017.

Kommentare

Der Vor-KESB-Zustand sei nicht wieder herstellbar, heisst es im Artikel, und zwar "aufgrund des geänderten Bundesgesetzes". In einer Abstimmung haben wir aber nicht zu beurteilen, ob etwas formaljuristisch möglich sei. Sondern ob wir ein System mangelhaft finden. Nicht der Allmächtige, sondern die generell stark mit Arbeit belasteten eidgenössischen Räte haben dieses Bundesgesetz auf den 1.1.2013 hin geändert. Erfahrungen konnte niemand damit haben. Die vielen Schwächen des KESR zeigten konnten erst ab 2013 deutlich werden. Dieses Bundesgesetz kann sehr wohl wieder rückgängig gemacht werden. Empörung über die Behördenarroganz seit KESB-Einführung gibt es ja in der ganzen Schweiz. p.s. Deutsche einsetzen als dringend benötigte Fachangestellte: Nichts gegen die Deutschen im Allgemeinen. Aber unter dem KESR braucht's plötzlich viel mehr Profis. Neu werden ja die meisten Entscheide vom Schreibtisch aus gefällt. (Sich die Stellungnahme des Hausarztes anzuhören zum Beispiel, dazu ist die KESB überhaupt nicht verpflichtet.) Man merkt es den vielen KESB-Entscheiden an, dass all jenen ein Maulkorb verpasst wurde, die den Fall hautnah kennen. Wer findet, dass wir lieber im technischen Bereich Deutsche anwerben, (und nicht zum Beurteilen, ob an einer schwierigen Situation die Familie schuld sei, und der genze Mensch ausgelagert werden solle, ins Reich von teuren "Preofessionellen"...), darf sich auf jeden Fall trauen, zur Initiative "Ja" zu sagen.
Fakt ist doch, dass die Menschen die von der KESB betroffen sind gar niemand mehr wirklich kennt. Die Menschen hinter den KESB-Fällen sind alles Nummern in irgend einem Archiv eben der KESB. Das ist sehr schade, denn die Dorforiginale kannte man früher noch, die meisten von ihnen sind aus den Dörfern verschwunden und leben heute in irgendwelchen Institutionen und werden geschaltet und verwaltet wie Dinge. War es früher noch der Schwatz am Stammtisch mit dem Hausnachbarn, ist es heute ein Telefonat wo man 10 Minuten am Hörer in einer Endlosschlaufe Musik hört und jemand an den Apparat bekommt der gar nicht zuständig ist. Dass die Menschen genug haben von einer solchen Politik und zurückkehren möchten zum alten System ist mir als selbst Betroffener mehr als verständlich. Freundlich grüsst Matthias Bänninger Psychiatrie Erfahrene Schweiz

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